
unter dem Motto: "Es ist gut, daß ich kein deutscher Lyriker bin, sonst hätte ich Anwartschaft auf die Hölle!"
Die immer wieder neue Anlässe und Ziele findende nationalistische Propaganda - eher schon die Propaganda für den Nationalismus als quasi-natürliche Befindlichkeit des bürgerlichen Individuums - hat ein glänzendes Vorbild in einem Text aus der "Lippischen Staats-Zeitung" vom 1. September 1939, dem Tag des Überfalls auf Polen. Er singt (abzüglich der konkreten historischen Reminiszenzen, die heute abweichende sind) das Hohelied des Nationalismus, in das die Millionen deutsche depperte Fans eingestimmt haben, auch wenn sie strunzdumm behaupten, sie hätten vier Wochen lang nur eine "Party" gefeiert. Sie haben - ergriffen von sich selbst - Partei ergriffen für den Nationalismus als Daseinsprinzip, also dafür, dass menschliche Individuen, die von einem Staat als seinen Zwecken dienendes Material zwangsweise rekrutiert werden, freudig und überzeugt aus der Not eine Tugend machen.
Allen denen empfehlen wir die Lektüre des o.g. Artikels, nicht ohne vorsorglich darauf hinzuweisen, dass wir sie nicht für Nazis halten. Nein, sie sind einfach deutsche Nationalisten, nicht einmal notwendigerweise Chauvinisten. Sie wollen keine Massenmorde veranstalten, keine Kriege anzetteln, sondern einfach nur das, was ins nationale Programm am besten passt. Und dafür geben sie notfalls alles! Auf jeden Fall nehmen sie die "kleinen Einschränkungen" ohne Murren hin.
Aus Anlass des antisemitisch motivierten Angriffs auf die Gedenkstätte für die "Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft" (entdeckt am Dienstag, dem 11. Januar) haben Mitglieder der GWG an einer Kundgebung der regionalen Antifa am Freitag, 14. Januar teilgenommen und am Samstag, 15. Januar eine eigene Kundgebung in Detmold durchgeführt, die unter dem Motto "gegen Antisemitismus und Antizionismus" stand.
Sowohl am Freitag wie am Samstag wurden Flugblätter verteilt: Flugblatt 1 Flugblatt 2 (PDF-Versionen)
Bilder von der Kundgebung am Samstag: 1 2 3 4 5 6
Köln läßt grüßen |
Solidarität mit den Detmolder Genossen! |
Anonymer Drohbrief von karlos@gmx.de |
So So... |
Bad Weather (HH) |
Erklärung zu den Vorfällen in der "Alten Pauline" in Detmold |
Briefwechsel zwischen Heinz Gess und der Stadt Detmold |
Das gerade halte ich ja für den Skandal |
Auf Inymedia |
GWG: "Linke Positionen auf der Höhe der Zeit" |
Offener Brief von Ilka Schröder |
Sofortige Sperrung der Schleimspur! |
Briefwechsel zwischen Heinz Gess und einem "Antifa" |
Gegen den vorgeblich "antifaschistischen" Mob |
Neu: Antideutsche Anarchisten Bielefeld-Ost |
Ad absurdum zum Quadrat |
Neu: Bündnis für einen Antideutschen Antikapitalismus Bielefeld |
Zicke Zacke Hühnerkacke |
Stellungnahme der Georg-Weerth-Gesellschaft |
Auf der Schleimspur ausgerutscht |
Veranstaltungsankündigung |
EU-Gelder für Judenmord? |
Streit um Veranstaltungsort |
Vorgebliche Antifaschisten aus Detmold und Bielefeld dulden keine |
Eine "Klarstellung" der Antifa West |
Von den Füßen auf den Kopf gestellt |
Streit um die Alte Pauline |
Bielefeld, 15.Juni 2004, 19:30
Vor dem Hintergrund der Auseinandersetzungen zwischen der Hausversammlung und Mitgliedern der Georg-Weerth-Gesellschaft in der alten Pauline in Detmold fand heute abend im Rahmen des "politischen Dienstags" eine Veranstaltung des AStA der Uni Bielefeld mit Ilka Schröder unter dem Titel "EU-Gelder für Judenmord? Zwischen geheuchelter Solidarität und offenem Antizionismus - wie Deutschland und die EU gegen Israel arbeiten" statt.
Nach einer etwa dreißig Minuten in Anspruch nehmenden und von Zwischenrufen begleiteten Verlesung einer Stellungnahme der GWG zu kritischen Flugblättern im Vorfeld der Veranstaltung (s.u.) durch einen Vertreter der GWG erläuterte Ilka Schröder ihre Position zum Verhalten der EU im israelisch-palästinensischen Krieg. Die EU ließ der palästinensischen Autonomiebehörde in den Jahren 2000 - 2003 Hilfen in der Größenordnung von etwa 1 Mrd. Euro zufließen. Dazu zählen auch Lebensmittelhilfen, Hilfen im Rahmen diverser Projekte, z.B. zur Unterstützu! ng der mediterranen Anrainerstaaten usw. Zusätzlich gab es unbezifferte einzelstaatliche Leistungen und weitere Gelder aus Fonds der UN. Die palästinensische Autonomiebehörde, so I.S., führt einen Krieg gegen Israel, der von der EU finanziert wird. Anti-israelischer Einfluß wächst der EU weiterhin aus den Handelsbeziehungen zwischen der EU und Israel zu. Vereinzelte Stimmen, die einen Handelsboykott im EP forden, dringen zwar in der Regel nicht durch, jedoch bleibt dies ein machtpolitisches Instrument, ein Druckmittel gegen Israel.
Die palästinensische Autonomiebehörde verfolgt einen militanten Antisemitismus, der sich im Terror der Intifada und in der Hetze in der vor Ort verfügbaren Literatur, in den Medien, vor allem im staatlichen Fernsehen zeigt. Die Ausgangspunkte des antisemitischen Terrors finden sich in den von der UN getragenen Flüchtlingslagern. Es gebe Fälle, in denen Hilfsfahrzeuge und Krankenwagen der UN Selbstmordattentäters zum unerkannten Passieren der Gre! nzen genutzt wurden, so Ilka Schröder. Das europäische Interesse, das hinter diesen Zahlungen steht, sei die Erlangung einer gleichwertigen Position im Verhältnis zu den USA. Die EU torpediert den Friedensprozess um bei einer anschließenden Restabilisierung ein gewaltiges Wort mitreden zu können. Der Wunsch nach deutschen Blauhelmen in Israel markiert den Höhepunkt und das Endziel dieser Strategie: "Deutsche Soldaten dürfen wieder auf Juden schießen, ohne dass sich jemand etwas dabei denkt". Eine Verbindung aus "Antisemitismus, Antizionismus und Antiamerikanismus" ist dabei das Vehikel der EU und vor allem des grünen deutschen Außenministers Joschka F., um das strategische Vorgehen ideologisch abzufedern, "der Humus, auf dem solche Großmachtfantasien so wunderbar gedeihen".
In der anschließenden Diskussion kamen die zu erwartenden Reaktionen "Israel ist ein Apartheidssystem" und "was ist mit den leidenden Menschen", die vom Vertreter der GWG und I.S. erfolgreich abgeblockt werden konnten. Ein viel intere! ssanteres Argument blieb von den doch so sehr an "inhaltlichen Diskussionen" interessierten Antideutschen und dem Vertreter der GWG weitgehend unbeachtet: Das nämlich bei der antideutschen Position im Antisemitismus eine grundsätzliche Erklärungsbasis einer Vielfalt von Problemenlagen gesucht wird, dass "Antisemitismus als ein Absolutes gesetzt würde". Die kritische Stimme wies in der Diskussion darauf hin, dass die anfängliche Unterstützung der Hamas durch Israel und die USA als Mittel der Destabilisierung und Spaltung der palästinensischen Bewegung wohl schwerlich als Antisemitismus ausgelegt werden könne, dies aber bei den Hilfsmaßnahmen aus anderen Quellen (z.B. durch die UN) unmittelbar unterstellt würde (vgl. konkret 5/2004).
In einem Diskussionsbeitrag der antideutschen Position wurde die These geäußert, der Antisemitismus sei vielleicht von solcher Gestalt, dass er sich immer wieder in Formen zeige, die ihn der üblichen Aufklärung gegenüber unempfindlich mache. Der Autor ! dieses Berichtes findet, um einen sinnvollen antifaschistischen Standpunkt zu vertreten, sollte es doch vielleicht besser vermieden werden, dem Windei der "Verschwörung des Weltjudentums" eine "antisemitische Weltverschwörung" entgegenzusetzen. Vom Ablauf her bot sich ein befremdliches, für "linke" Verhältnisse ungewöhnliches Bild: Autoren von Flugblättern aus der Linken Szene, die sich im Vorfeld kritisch gegenüber GWG äußerten, wurde burschikos der "Schneid" abgesprochen, verschwörerische Unterstellungen getätigt, nach denen Infos über eine Schändung eines jüdischen Friedhofs in OWL absichtlich zurückgehalten worden seien, um später die Unwissenheit der GWG über diesen Vorfall gegen die GWG zu verwenden. Schließlich sah sich ein Vertreter des AStAs genötigt, mitzuteilen, dass die Meinung der GWG nicht die Meinung des AStA widerspiegele.
In der Diskussion wurden autoritär Beiträge aus dem Publikum mit der Kraft des Mikrofons übertönt, und augenscheinlich stellten Claqueure aus den eigenen Reihen die "richtigen" Fragen und griffen Teilnehmende mit kritischen Wortmeldungen unter Zuhilfenahme wirrer Vergleiche verbal an. Inhaltlich ging es um Folgendes: Verschiedene politische Institutionen bezahlen viel! Geld unter dem Vorwand humanitärer Hilfe, die jedoch von den Empfänger-Organisationen veruntreut und/oder zweckentfremdet und allem Anschein nach für die Finanzierung eines Terrorkrieges genutzt wird. Welche Motive werden damit verbunden? Darüber kann man durchaus reden, leider jedoch nicht mit Antideutschen selbst.
An dieser Stelle darf die GWG nun ihren vorbereiteten Offenen Brief posten.
Indymedia, 16.06.2004
Brüssel,10.06.2004
Liebe "Antifaschistinnen und Antifaschisten aus OWL"
ich habe heute euren Aufruf gelesen, mit dem ihr verkündet, zwei Veranstaltungen mit mir in Bielefeld und Detmold verhindern zu wollen. Ich bin ganz gerührt, wie besorgt ihr um mich, meine "richtigen und guten Positionen" und meine "wichtige... Kritik" seid. So besorgt, dass ihr aus purem Schutzbedürfnis für mich, versuchen wollt, mich am Reden zu hindern.
Zunächst möchte ich mich bedanken: Seit Anfang Mai tagt das Europäische Parlament ja nicht mehr, und ich habe das hohle Geschwätz meiner Kollegen schon richtig vermisst. Nun aber kommt ihr, und "seht euch gezwungen", etwas zu tun, weil eine Antifa nicht "[zu]lassen darf", dass die Georg-Weerth-Gesellschaft (GWG) mich kleines Unschuldslamm für ihre finsteren Absichten nutzt. Dieses Gemisch aus Sachzwang-Rhetorik und staatsmännischer Verantwortungspose zeugt von einem erfolgreichen Sozialkundeunterricht in NRW und erinnert mich an meine schönsten Debatten im Parlament. (Obwohl mensch von Antifas ja anderes erwartet hätte). Wie immer wenn Leute unter lauter Verantwortung ächzen, geht es recht gewalttätig zu, auch wenn es mich wirklich beruhigt, dass ihr, wenn ihr meinen Vortrag verhindert, gar nichts gegen meine Vortrag tut, sondern "nur" etwas gegen die GWG.
Eure Ausführungen machen mich auch wirklich besorgt: Meine armen kleinen Argumente, ihnen droht "Entwertung". Am Ende zahlen mir die VeranstalterInnen nur das halbe Honorar! Gut, dass ihr meine Argumente auch vor Abnützung schützt, in dem ich sie - wenn es nach eurem Willen geht - zweimal weniger vorbringen soll. Vielleicht sollte ich mir eine kleines, mit Samt gefüttertes Kästchen für sie kaufen, und sie auch von meiner Webseite nehmen und am besten überhaupt keine Vorträge mehr halten? Bis ihr, meine großen Brüder und Schwestern euch schützend vor mich warft, dachte ich naiverweise, dass ein Argument stimmt oder nicht. Und dass Leute, wenn sie über diese Argumente nicht diskutieren wollen, sondern auf eine andere Ebenen ausweichen (formale Einwände gegen RednerInnen oder VeranstalterInnen, psychologische Erwägungen über die Gründe, warum etwas gesagt wird, der Hinweis, dies oder jenes nütze wieder nur diesem oder jenen), Argumente verbieten wollen, weil es für eine inhaltliche Widerlegung nicht reicht. Aber, da habe ich euch kennen gelernt, und jetzt weiß ich, dass gar nicht die Frage ist, warum die EU den antisemitischen Terrorkrieg gegen Israel finanziert, sondern darum, dass dieses Argument der GWG helfen könnte, ihr dämonisches Ziel der Vorherrschaft in der sowieso marginalisierten Linken" zu erreichen.
Wirklich böse: Da halten Leute etwas für richtig, und wollen darum, dass auch andere einsehen, dass das richtig ist und sich darum darüber mit Argumenten streiten, ob's denn richtig ist. Fast fürchte ich um meine Beliebtheit bei euch, wenn ich euch verrate, dass ich ganz ähnliches will.
Es ist ja eine schöne Sache, dass ich in Ostwestfalen so viele liebe Freundinnen und Freunde habe, die ich zwar nicht kenne, die sich aber geradezu darum prügeln, wer mir zuhören darf. Ich hoffe, ich enttäusche euer Schutzbedürfnis mir gegenüber nicht zu sehr, wenn ich ein paar Anmerkungen zu den etwas mageren "Beweisen" mache, die ihr zum Beleg eurer Behauptung vorbringt, die Genossen von der GWG seien schlimme Antisemiten und Deutschtumsfanatiker. Dass Antideutsche glauben würden, es gäbe so etwas wie ein quasi-angeborenes Volkstum darf man getrost eurer projektiven Phantasie zuschreiben. Was Antideutsche und Antinationale dem Rest der Linken versuchen beizubringen, ist, dass Nationalismus nicht einfach nur eine blöde Idee ist, sondern ideologische Praxis, dass es Nationen als Kollektive gibt, und dass Rassismus und Antisemitismus nicht die Irrtümer von eigentlich recht revolutionslüsternen sozialen Kämpfern sind, die leider gerade abgelenkt werden, sondern regelmäßige und folgerichtige Ausflüsse des üblichen staatsbürgerlichen Normalverstandes. Und solange das so ist, finden Antideutsche den Staat Israel und seine Verteidigung gegen den wachsenden Antisemitismus notwendig.
Wenn ich euer Bochumer Beispiel richtig verstehe, darf mensch seinen Kampf gegen Antisemitismus immer nur mit Zustimmung der jeweils zuständigen jüdischen Gemeinde führen, vermutlich weil "Betroffene" immer recht haben. Dass das selten-blöde Argument, israelischen Fahnen würden nur antisemitische Stereotypen reproduzieren letzten Endes bedeutet, dass mensch sich von antisemitischen Wahrnehmungsmustern diktieren lässt, was mensch noch sagen darf und was nicht, hat bei euch offensichtlich nicht für allzu viel Verwunderung gesorgt. Selten genial fand ich die Argumentation, das Zeigen israelischer Fahnen würde bedeuten, man wolle nicht, dass Juden in Deutschland lebten. Die ostwestfälisch NPD scheint keine Verbindung zwischen Israel und Synagogen zu ziehen und gezogen zu haben und ihre Angriffe auf die deutschen Juden müssen frei von Vernichtungsabsichten gegen den jüdischen Staat gewesen sein - anders kann ich eure Argumentation, es gäbe keinen Zusammenhang zwischen Israel-Solidarität und der Verteidigung des Baus einer Synagoge gar nicht verstehen. (Wenn das die nicht-ostwestfälischen Nazis rausfinden, sehe ich dunkelbraun für die Kameraden) Alles in allem: Nicht sehr überzeugend. Und das wiederum deutet darauf hin, dass es euch um anderes geht, als um die Bekämpfung von Antisemitismus und Antizionismus.
Neben mir habt ihr ja auch noch Kurt Tucholsky und Theodor W. Adorno zu Zwangsverbündeten ernannt. Ob die beiden sich so wohl fühlen würden, wenn sie wüssten wofür sie vereinnahmt werden, vermag ich nicht zu sagen. Eins aber kann ich euch sagen: Führt bitte euren Kampf gegen Aufklärung über Antisemitismus und Antizionismus in Zukunft ohne fette Schleimspur in Richtung Brüssel. Vielleicht bin ich ja nicht immer auf der Seite der Georg-Weerth-Gesellschaft - so gut kenne ich die gar nicht - aber auf eurer Seite bin ich gewiss nicht.
Viele Grüße
Ilka Schröder
Bureau Ilka Schroeder
Parlement européen
Tel: +32 2 284 74 49
Come to https://www.ilka.org
Einige Richtigstellungen zum Flugblatt "Die menschliche Dummheit ist international" (Kurt Tucholsky)- Oder weshalb Antifaschistinnen und Antifaschisten den Kampf gegen Antisemitismus nicht von der "Georg-Weerth-Gesellschaft" entwertet sehen möchten" vom 08. Juni 2004 (zu finden unter www.alte-pauline.de)
"Antifaschisten und Antifaschistinnen aus OWL", so glauben sich Leute nennen zu dürfen, die in Detmold und Bielefeld Veranstaltungen der Georg-Weerth-Gesellschaft mit Ilka Schröder zum von der EU mitfinanzierten Terror gegen Israel verhindern wollen. Sie haben ein seltenblödes Flugblatt verfasst, in dem auch die wohlwollendste Leserin keinen einzigen klaren Gedanken zu erkennen vermag. Es ist an dieser Stelle unmöglich, auf a l l e darin enthaltenen Verleumdungen, Lügen und Blödheiten einzugehen. Ilka Schröder hat sich die bewundernswerte Mühe gemacht, einige der himmelschreiendsten Idiotien in einem offenen Brief zu kommentieren (nachzulesen unter www.georg-weerth.info oder unter www.ilka.org).
Was wollen diese 'Antifaschisten und Antifaschistinnen aus OWL'?
Sie möchten, so sagen sie, ihren "Kampf gegen Antisemitismus nicht von der Georg-Weerth-Gesellschaft entwertet sehen". Dafür haben wir ein gewisses Verständnis, denn völlig zu Recht befürchten diese 'Antifas', dass die Veranstaltungen mit Ilka Schröder dazu geeignet sind, das Kurzstrecken-Antifa-Ticket zu entwerten, das sie zum Schüler- und Studententarif erworben haben und auf dem sie schon viel zu lange reisen. Folgerichtig "wollen (sie) diese Veranstaltungen verhindern."
Aus dem Gestammel, das sie ihren ostwestfälischen Freunden und Freundinnen vortragen, sollen sie Wörter und Satzfetzen aufschnappen wie: "Instrumentalisierung durch die GWG ...Antideutschtum ...völkische Ideologie ... angezettelten Kampf um die politische Vorherrschaft ... Definitionsmacht ... Israelflagge ... antisemitische Äusserungen ... besonders perfide Form der antisemitischen Parole 'Juden raus!', zu der sich die GWG hier versteigt."
"Na, wenn das so ist, dann weiss ich ja Bescheid!", soll sich dann wohl der Antifa-Aktivist sagen und schon mal vorsichtshalber die Hasskappe einpacken, denn er hat ja gehört, dass die GWG auf Veranstaltungen filmt und die Videos dann ganz bestimmt an den Staatsschutz schickt.
Wir haben eigentlich Besseres zu tun, als auf diesen böswilligen Schwachsinn einzugehen, aber es ist wohl angesichts der mentalen Verfassung mancher Antifas leider notwenig. Wir beschränken uns im Folgenden auf eine Kommentierung einiger der übelsten Anschuldigungen:
1) Die GWG ist angeblich nichts links, sondern rechts.
Das kann getrost als der alternative "Knüppel-frei"-Befehl für den autonomen Antifa-Schläger verstanden werden. Die Begründung wird ihn nicht interessieren. Deshalb kann sie so blöd sein. Der GWG wird ein vom Wort 'antideutsch' abgeleitetes 'Antideutschtum' angedichtet, das zur einfachen Umkehrung von 'Deutschtum' erklärt wird. Also ist die GWG auch 'völkisch'. Offenbar scheinen die anonymen Antifas anzunehmen, diese Denunziation reiche ihrem Klientel als Argument bereits aus.
Wenn es den Autoren um die Kritik "negativer Identitätssuche" ginge, die in einigen antideutschen Gruppen wirklich zum Problem werden könnte, liesse sich mit ihnen ja noch darüber streiten. Ihnen geht es aber offensichtlich nur um die Denunziation zwecks Abbau von Aggressionshemmungen. Dass ihre Leser die Wahrheit durch Lektüre unserer Texte herausfinden könnten, scheinen sie in wahrscheinlich zutreffender Einschätzung nicht zu befürchten.
2) Die GWG sieht angeblich "allen Antisemitismus nur als Ausdruck deutscher Ideologie".
Dieser Vorwurf freut den tumben Antifa-Aktivisten, lässt er uns doch als so blöd erscheinen, dass er sich selbst schon recht pfiffig vorkommen kann, denn er weiss, dass es Antisemitismus auch in Ländern gibt, die mit Deutschland und 'deutscher Ideologie' nicht in Verbindung gebracht werden. Vorsichtshalber weisen die Autoren aber selbst noch einmal darauf hin.
Auch wenn wir durchaus Kritik an Äusserungen einiger antideutscher Gruppen haben, was zum Beispiel die 'Wesensverwandtschaft' zwischen deutscher und islamischer Ideologie betrifft, auch wenn uns manche 'antideutsche' Flugblätter mehr als peinlich sind: Einen derartigen Stuss wie der uns unterstellte hat noch nie ein antideutsches Grüppchen von sich gegeben.
Für die ideologische Formung des Antisemitismus sind deutsche Philosophen, Theologen, Schriftsteller und Politiker in hohem Masse verantwortlich. In seiner brutalsten und zugleich konsequentesten Form wurde er von Deutschland exekutiert im Massenmord an den europäischen Juden.
Nicht zuletzt ist der sekundäre Antisemitismus ein Phänomen, das nur im Land der Täter auftauchen kann. Das alles sollte auch ein in OWL agierender Antifaschist wissen. Im Wissen darum aber auf die Platitüde auszuweichen, beim Antisemitismus handele es sich um ein internationales Phänomen, ist ein dummdreister Relativierungsversuch zum Zwecke der Schuldabwehr.
Nebenbei: Dass in dem Flugblatt vom Kapitalismus nur gesprochen wird, ohne den Zusammenhang mit dem Antisemitismus auch nur zu erwähnen, ist ein weiterer Beleg für die Unredlichkeit der Autoren. Zu erwähnen, dass die GWG seit Jahren Kapitalismuskritik mit dem Kampf gegen den Antisemitismus verbindet, würde allerdings die erste Hauptlüge als solche kenntlich machen.
3) GWG instrumentalisiert den Kampf gegen den Antisemitismus, um Hegemonie innerhalb der "ohnehin marginalisierten Restlinken zu gewinnen".
Dieser Vorwurf ist so erkennbar verrückt und in sich widersprüchlich, dass es einer ergänzenden Verrücktheit bedarf, um selbst für gläubigste Antifa-Aktivisten wieder scheinbar logisch zu werden: Ausgerechnet einer Gruppe, die seit Jahren das ganze Identitätsgefasel in vielen Veranstaltungen kritisiert hat, wird unterstellt, sie wolle sich durch die Hegemonie innerhalb einer von ihr schwer geschädigten Restlinken einen "Identitätsgewinn" für die "älteren ehemaligen Linken in der GWG" verschaffen.
Die Autoren machen sich also scheinbar schwere Sorgen um das Wohl der Linken (der übrigens kaum mehr Schaden zugefügt werden kann als durch solche 'Antifas'). Sie sorgen sich darum, dass die Linke (mit der sie sich identifizieren) von den bösen Aliens der GWG (die genau wie Linke aussehen) mit undurchschaubaren Mitteln (Instrumentalisierung des Kampfes gegen Antisemitismus) infiltriert und geschwächt wird. Ein problematisches Welterklärungsmuster, das sollten Antifas selbst im Zustand der fortgeschrittenen Demenz noch bemerken.
Nebenbei wird gleich noch das Märchen reproduziert, der deutschen Linken sei der Kampf gegen den Antisemitismus schon immer eine Herzensangelegenheit gewesen.
4) Die GWG "raubt" den Juden die "Definitionsmacht darüber, wer oder was antisemitisch ist".
Seltsam, dass jüdische Menschen meist diese 'Definitionsmacht' gar nicht haben wollen, weil sie wissen, dass Antisemitismus nicht das Problem von Juden, sondern von Antisemiten ist. Nur weil der Antisemit seine konkreten Angriffe gegen jüdische Menschen (oder solche, die er dafür hält) richtet, werden diese zum Opfer. Ausgerechnet dem Opfer oder potenziellen Opfer eine 'Definitionsmacht' geben zu wollen, ist hier ebenso problematisch wie in anderen Bereichen, in denen diese eigenartige Konstruktion bemüht wird, weil eben diese Opfer oft dazu neigen, Angriffe zu verdrängen oder deren Wirkung zu verharmlosen. Opfer sind keine Fachleute für die an ihnen begangenen Verbrechen. Juden keine Fachleute für Antisemitismus, auch wenn sie von der latent antisemitischen deutschen Gesellschaft immer wieder in diese Rolle gedrängt werden, um den Deutschen anzuzeigen, wie viel sie sich 'trotz Auschwitz' schon wieder gegenüber der ungeliebten Minderheit herausnehmen können.
Wir setzen uns seit Jahren dafür ein, dass die Diskussion darüber, was antisemitisch ist, endlich auch unter Nichtjuden geführt wird. Eben weil wir uns seit vielen Jahren intensiv mit diesen Fragen auseinandersetzen, haben wir es auch nicht nötig, jeden zum Antisemiten zu erklären, der gegen uns ist. Wir bleiben aber bei der Feststellung, dass Antizionismus die politische Form des Antisemitismus ist. Und jeden, der Israel als 'faschistoid' bezeichnet oder der den Eindruck erwecken will, hinter den Anschlägen vom 11.09.01 steckte der israelische Geheimdienst, bezeichnen wir als offenen Antisemiten. (Hier gebrauchen wir auch gerne die weibliche Form: Antisemitin)
Die von den 'Antifas' angesprochenen Ereignisse in Bochum können ganz anders verstanden werden als von ihnen dargestellt. Zur Organisation der Demonstration für den Bau einer Synagoge in Bochum hatten sich viele Gruppen zusammengeschlossen. Darunter befanden sich neben einigen antideutschen viele Antifa-Gruppen, Friedensgruppen etc., die knallharte antizionistische Positionen vertreten. Sie hatten Monate vorher beschlossen, über das Verbot von Nationalfahnen auf Demos 'antideutsche' Gruppen auszugrenzen. Faktisch hat sich dieses Verbot ausschliesslich gegen die israelische Nationalflagge gerichtet.
Die im Bündnis mitarbeitenden Sprecher der jüdischen Gemeinde in Bochum haben (entweder aus pragmatischer Vorsicht oder nach Aufforderung durch die antizionistischen Unterstützer) dieses Verbot akzeptiert, um die Zahl der Unterstützer möglichst gross zu halten. Die jüdische Gemeinde hat niemals von einer 'Bekundung falscher Solidarität' gesprochen. Sie hat sich nur gegenüber den unterstützenden Gruppen in einer Nötigungssituation befunden.
5) Die GWG ist angeblich selbst auf perfide Weise antisemitisch. Sie fordert: 'Juden ab nach Israel'
Dass wir uns Juden aus Deutschland hinaus wünschen, ist eine bösartige Lüge und Verleumdung. Die Bereitschaft in Deutschland zu leben ist bei Juden offensichtlich vorhanden und wird vom deutschen Staat zusätzlich gefördert. Einerseits werden wir immer Juden unterstützen, die vom deutschen Staat verlangen, dass er sie beim Wiederaufbau jüdischen Lebens fördert. Schliesslich ist es durch den Vorgängerstaat ausgelöscht worden. Andererseits ist uns bewusst, dass es nach der Shoah kein 'normales' jüdisches Leben in Deutschland mehr geben kann (wenn es denn überhaupt jemals ein solches gegeben hat), dieses aber im Interesse des deutschen Staates simuliert werden soll. Der Hinweis auf jüdisches Leben in Deutschland soll einen 'moralischen Surplus' abwerfen, der in erweiterte staatliche Handlungsmöglichkeiten umgesetzt werden kann. Ein einfaches Beispiel: Die netten Plaudereien des deutschen Aussenministers mit dem Terroristen Arafat erscheinen akzeptabler, wenn er andererseits auf 'Kontingentjuden' in Deutschland verweisen kann.
Was wir uns tatsächlich wünschen ist, dass keine jüdische Gemeinde mehr bei der Durchsetzung ihrer Interessen auf die Unterstützung derartiger 'Antifas' angewiesen ist, die ihnen die demonstrative Solidarität mit Israel untersagen wollen.
6) Die GWG will - so unterstellt uns jene 'Antifa' - möglichst viele Juden von palästinensischen Selbstmordattentätern ermorden lassen. Warum 'feierte' sie (die GWG) sonst 'jede Eskalation im israelisch/arabisch-palästinensischen Krieg, an dem keinerlei Kritik geübt werden darf?'
Hiermit erreichen die 'Antifas' den Gipfel der boshaften Verleumdung. Aus mehreren unzutreffenden Prämissen ziehen sie den abenteuerlichen Schluss, wir wollten Juden lieber tot als lebendig. Selbstverständlich wünschen wir uns Israel als einen möglichst sicheren Zufluchtsort für alle Juden, die dort leben oder leben wollen. Das unterscheidet uns von den Verleumdern. Selbstverständlich wünschen wir den in der Region lebenden Menschen Frieden, aber nicht den Frieden, den die Hamas herbeibomben will.
Selbstverständlich wünschen wir den Palästinensern einen Weg aus dem Elend, aber wir können nicht feststellen, dass sie dasselbe wollen.
Wir üben seit Jahren Kritik an diesem Krieg gegen Israel und verbieten auch niemandem, dies ebenfalls zu tun. Wir behalten uns aber vor, auch die Kritik wieder zu kritisieren. Unter 'Eskalation' verstehen diese 'Antifas' offenbar nicht die Schlächtereien an israelischen Zivilisten (die werden tatsächlich von ihren palästinensischen Freunden gefeiert), sondern die uns legitim erscheinenden und angesichts der Vernichtungsdrohung sehr massvollen Selbstverteidigungsmassnahmen des israelischen Staates.
Zur Georg-Weerth-Gesellschaft e.V., Detmold (GWG)
Dieser Verein wurde im Juni 1989 gegründet. Die GWG beteiligte sich an vielen Aktionen und Demonstrationen, unter anderem gegen Rassismus, Antisemitismus, Sozialabbau. Sie organisierte zahlreiche Lesungen, Konzerte sowie Informations- und Diskussionsveranstaltungen, u.a. mit Thomas Becker, Ulrike Becker, der Gruppe Blumfeld, Andre Brie, Joachim Bruhn, Chanan Cohen, Renate Damus, Peter Decker, Karlheinz Dellwo, Jutta Ditfurth, Wiglaf Droste, Thomas Ebermann, der Band "Die goldenen Zitronen", Jürgen Elsässer, Eckard Gross, Fatima Hartmann, Karl Held, Freerk Huisken, Georg Fülberth, Günther Jacob, Peter Gingold, Hermann L. Gremliza, Stephan Grigat (Wien), Uli Krug, Robert Kurz, Matthias Küntzel, Gerald Mettenborg, Heiner Möller, Thomas von der Osten-Sacken, Horst Pankow, Jörg Rensmann, Gerhard Scheit, Karl Selent, Klaus Thörner, Oliver Tolmein, Rainer Trampert, Norbert Trenkle, Halit Ünal, Justus Wertmüller, Winfried Wolf, Moshe Zuckermann. Diese Auswahl dürfte wohl den in der Szene gegen uns erhobenen Vorwurf des "Dogmatismus" hinreichend kommentieren.
Die GWG veranstaltet drüber hinaus Seminare, u.a. zur Kritik der politischen Ökonomie und zum Antisemitismus, zwei Schwerpunkten der gruppeninternen Theoriearbeit.
V.i.S.d.P.: Georg-Weerth-Gesellschaft e.V., Detmold, Postfach 1424, 32704 Detmold
Außenminister Fischer hatte gerade auf einem Seminar der Europäischen Kommission den Antisemitismus verdammt, da wurde bekannt, dass zeitgleich in Beirut die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung eine Konferenz gesponsert hatte, auf der Berater und Ideologen der antisemitischen Terrororganisationen Hizbollah und Hamas über Widerstand und Besetzung reden durften. Das ist typisch für die geschickte zweigleisige deutsche Politik gegenüber Israel: freundliche und beruhigende Worte in Richtung Jerusalem, Geld und ideologische Unterstützung für den antisemitischen Terrorkrieg gegen Israel. Gerade mit der Betonung der besonderen historischen Verantwortung will Deutschland sich ins Spiel bringen und Garantiemacht des Friedensprozesses werden. Ziel: Deutsche Blauhelme in Ostjerusalem. Das wäre die ultimative Vergangenheitsbewältigung und eine Schwächung der USA.
Es ist allseits bekannt, dass die EU Finanzhilfen für die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) in unverhältnismäßig hohem Umfang zur Verfügung stellt an niemanden außerhalb der EU wird mehr Geld überwiesen. Dass diese Gelder in schwarze Kassen geflossen sind und immer noch fließen, darauf hat Ilka Schröder in ihrer Tätigkeit als EU-Parlamentarierin unermüdlich hingewiesen. Es ist ebenso bekannt, dass die PA einen brutalen antisemitischen Terrorkrieg gegen Israel finanziert hat. Israel hat entsprechendes Beweismaterial bereits im Sommer 2002 an die Kommission weitergeleitet. Dennoch versuchen der EU-Außenkommissar Patten, der Generalsekretär der EU Solana und andere Offizielle und Parlamentarier, die EU-Unterstützung für den antisemitischen Terrorkrieg gegen Israel mit blumigen Phrasen über Frieden, Verständigung, Völkerrecht und humanitäre Hilfe zu legitimieren. Die Finanzierung der Destabilisierung Israels war und ist ein breiter Konsens im Europäischen Parlament. Einen Untersuchungsausschuss zu diesem Thema auf Antrag der Parlamentarierin Ilka Schröder einzurichten, wurde von den Vorsitzenden der großen Fraktionen erfolgreich verhindert.
Falls die Europäische Kommission, das Parlament und die interessierte Öffentlichkeit tatsächlich wissen wollten, wie Arafat und Konsorten ihren antisemitischen Terrorkrieg finanziert haben: Die israelische Regierung hat umfassendes Faktenmaterial zur Verfügung gestellt. Jeder kann wissen, dass die terroristischen Al-Aqsa-Brigaden eine Kampfeinheit der Regierungspartei Fatah sind, und dass EU-Mittel an die Fatah geflossen sind. Alle, die dazu bisher geschwiegen und aktiv weggesehen haben, haben dafür gesorgt, dass die Ermordung israelischer Bürgerinnen und Bürger weitergehen konnte. Der beschwichtigende Verweis darauf, der IWF kontrolliere den Haushalt der PA, ist falsch - das kann man in jeder IWF-Publikation nachlesen. Es ist bekannt, dass nicht einmal der palästinensische Finanzminister bis Ende 2002 eine Übersicht hatte, wohin und woher Gelder flossen.
Veranstalter: Georg-Weerth-Gesellschaft e.V., Detmold
Veranstalter: AStA der Universität Bielefeld in Kooperation mit der Georg-Weerth-Gesellschaft e.V., Detmold
So genannte Antifas aus Detmold und Bielefeld versuchten am 13. Mai eine Diskussion mit dem Buch-Autor Karl Selent über die Geschichte des palästinensischen Terrorismus, dessen Kollaboration mit dem Nationalsozialismus und seine antisemitische Ideologie zu vereiteln. Jetzt mobilisiert die "Antifaschistische Aktion Detmold" (nachfolgend als AA-D bezeichnet) gegen einen Vortrag der Europa-Parlamentarierin Ilka Schröder, die den Nachweis erbracht hat, dass die EU den Terror gegen Israel finanziert. Weil es ihr nicht möglich ist, ihren politischen Standpunkt zu formulieren und ein sachliches Argument gegen diese öffentlichen Veranstaltungen vorzubringen, hat die AA-D kurzerhand die von ihr nie geführte Debatte für beendet erklärt und zeigt sich gewillt, ihr Diskussionsverbot mit Gewalt durchzusetzen. In einem offenen Brief rufen sie ihr Klientel dazu auf, den Vortrag von Ilka Schröder am 14. Juni in der Alten Pauline in Detmold zu verhindern.
Es ist auf den ersten Blick schwer begreifl ich, wie Menschen, die sich selber als Antifaschisten bezeichnen, auf die Idee kommen, Terroristen zu verteidigen, die Menschen umbringen, nur weil sie Juden sind. "Antifaschisten", die jede Solidarität mit Israel, das sich gegen die Mörder verteidigt, unterbinden wollen. So ausgeprägt ist ihre Unduldsamkeit in dieser Frage, dass sie Verbote aussprechen und zur Gewalt greifen, um schon die Diskussion darüber im Keim zu ersticken.
Verständlich wird dieses Verhalten erst, wenn man die politischen Widersprüche in Betracht zieht, in die sich die AA-D verstrickt hat. Als Linke, als Antiimperialisten ergreifen sie im Terrorkrieg gegen Israel Partei für die palästinensischen "Befreiungskämpfer", sodass ihnen der Judenmord, wie einst dem FDP-Politiker Möllemann, als legitimes Mittel des "Widerstands" erscheint. Ergibt nun die historische Analyse, daß dieser "Befreiungskampf" vom islamischen Faschismus der Dreißiger- und Vierzigerjahre des vorigen Jahrhunderts inspiriert und in der Allianz mit dem deutschen Nationalsozialismus geprägt wurde, dass die Judenmörder von heute ihrem eigenen Verständnis nach die modernen Vollstrecker der deutschen "Endlösung" sind, so ist das antiimperialistische mit dem antifaschistischen Selbstverständnis der AA-D nicht mehr in Einklang zu bringen.
Ebenso, wenn die Analyse der deutschen und europäischen Außenpolitik ergibt, daß die Staaten des alten Europa dieselben Feinde Israels unterstützen wie die linke Antifa, so erschüttert dies ihr antiimperialistisches Selbstverständnis. Weil aber das Selbstverständnis der Antifa nicht auf Analyse, sondern auf Ressentiment, Identifi kation und Projektion beruht, könnte es einer solchen Analyse und Selbstkritik nicht standhalten. Öffentliche Diskussionen und Vorträge darüber müssen deshalb mit allen Mitteln verhindert werden.
Die Wut, mit der die AA-D auf Kritik reagiert, ist Ausdruck ihres eigenen Versagens. Sie kann den modernen Antisemitismus nicht einmal mehr erkennen, weil er ihrer eigenen Weltanschauung zu ähnlich ist. Wenn die Antifa heute gegen Nazi-Aufmärsche demonstriert, dann trifft sie auf Gegner, die dieselben Symbole (Palästinensertuch und palästinensische Nationalfahne) und dieselben Parolen ("USA - internationale Völkermordzentrale!") verwenden. Das halten die Antifas für einen faulen Trick der Nazis, weil sie die Augen davor verschließen, daß ihr eigener Antizionismus sie in die Reihen der Hamas und Hisb?ollah und zu deren Blut-und-Boden-Ideologie zieht.
Es geht bei der Auseinandersetzung um den Veranstaltungsort nicht bloß um "Meinungsfreiheit" - eine Freiheit, die sowieso längst zur Straffreiheit für antisemitische Propaganda verkommen ist (von linken, bürgerlichen und rechten Medien tagtäglich gerne in Anspruch genommen). Es geht darum, dass keiner Antifaschist sein kann, der die Judenmörder der Gegenwart verteidigt und dem Staat der Juden das Recht abspricht, sich gegen die antisemitische Bedrohung zur Wehr zu setzen. Antifaschismus und der Kampf gegen Antisemitismus sind mehr als die Vergangenheit betreffende Lippenbekenntnisse. Sie sind ein kategorischer Imperativ für das Handeln in der Gegenwart. Solidarität mit Israel ist Antifaschismus auf der Höhe der Zeit!
Wir reklamieren für uns kein "Recht auf Meinungsfreiheit", sondern nehmen uns die Freiheit, zu kritisieren, was kritisiert werden muss. Die Vorträge der Europa- Parlamentarierin Ilka Schröder über die deutsche und europäische Politik gegen Israel werden in Detmold und Bielefeld wie geplant stattfinden.
Detmold: 14. Juni, 19.30 Uhr, Alte Pauline, Bielefelder Straße 3
Bielefeld: 15. Juni, 19.30 Uhr, Universität Bielefeld, H2
Anmerkung: Der erste "Offene Brief", in dem die "Antifaschistische Aktion Detmold" zur Verhinderung des Vortrags von Ilka Schröder aufrief, wurde während einer Hausversammlung der Alten Pauline am 20.05.2004 verlesen und auf ihrer Hompage veröffentlicht; wir dokumentieren diesen hier: Abschied ohne Tränen - jetzt erst recht!
Am 8.06.2004 wiederholten "Antifaschistinnen und Antifaschisten aus OWL" ihren Aufruf zur Verhinderung des Vortrags von Ilka Schröder mit dem "Argument", sie fänden zwar die Positionen von Ilka Schröder "richtig und gut", müßten die Europa-Parlamentarierin aber vor einer "Instrumentalisierung" durch die Georg-Weerth-Gesellschaft schützen: Weshalb Antifaschistinnen und Antifaschisten den Kampf gegen Antisemitismus nicht von der „Georg-Weerth-Gesellschaft“ entwertet sehen möchten
Ilka Schröder antwortete am 10.06.2004 selbst auf diesen durchsichtigen Versuch, sie vor einer "Instrumentalisierung" dadurch zu bewahren, in dem sie freiwillig auf ihre Vorträge verzichte, in einem Offenen Brief: Sofortige Sperrung der Schleimspur!
Am 20/05/04 wurde auf der Hausversammlung des autonomen Kultur- und Kommunikationszentrums Alte Pauline ein offener Brief einer "Antifaschistischen Aktion Detmold" verlesen, an dessen Schluss die Forderung stand, bestimmte Leute sollten sich verpissen. Daraufhin wurden ca. ein Dutzend Leute aus dem Haus getragen und, wenn sie sich wehrten, geprügelt. Dies war möglich, da zur Verstärkung der "Antifaschistischen Aktion" zahlreiche andere wahrhafte "Antifaschisten" aus der Region angerückt waren, welche gerne die Drecksarbeit für sie erledigten.
Bei den Herausgeworfenen handelte es sich zumeist um Leute, die seit vielen Jahren in der Alten Pauline aktiv sind. Außerdem engagieren sich viele von ihnen in der Georg-Weerth-Gesellschaft (GWG) Detmold, welche sich seit ihrer Gründung 1989 für den Erhalt der Alten Pauline einsetzt.
Besagter offener Brief wurde auf der Homepage der Alten Pauline veröffentlicht (er wurde inzwischen aus Gründen, die wir nicht kennen, wieder entfernt), was es für uns notwendig macht, die Lügen, Diffamierungen und Verleumdungen gegen die GWG richtig zu stellen. Dies tun wir als Mitglieder der Hausversammlung sowie als GWG.
Der zentrale Vorwurf ist zunächst, wir hätten die Alte Pauline von außen angegriffen. Das kann nicht sein, da diejenigen von uns, die sich in der Pauline betätigten, schon immer als Privatpersonen aktiv waren; wenn es hingegen um ein Anliegen der Gruppe ging, haben wir dies kenntlich gemacht. Wir haben in einer wochenlangen Diskussion versucht, einen Konsens für die Veranstaltung mit Karl Selent herzustellen. Letztendlich haben wir uns auf den Parkplatz zurückgezogen, weil eine Diskussion mit einigen nicht möglich war. Sie lehnten grundsätzlich Veranstaltungen der GWG in der Pauline ab und forderten uns schon des öfteren auf, wir sollten gehen. Es handelt sich um ein Grüppchen, welches die GWG nicht länger in der Pauline dulden will. Da wir uns unsere Veranstaltungen aber nicht verbieten lassen, wollten wir ihnen zeigen: Das lassen wir mit uns nicht machen.
Der Konflikt zwischen dem Grüppchen und uns ist im Prinzip recht einfach zu beschreiben: Wir wollen die Alte Pauline als autonomes Zentrum erhalten; dazu gehört eine klare Abgrenzung zur Stadt Detmold, politische Äußerungen nach außen (zum Beispiel durch Transparente), eine bewusste Konzeption des Kulturprogramms und, ganz wichtig: politische Veranstaltungen.
Das Grüppchen will offenbar etwas ganz anderes: Es lässt sich einen Vertrag mit der Stadt aufschwatzen, der es verbietet, Transparente ans Haus zu hängen, es möchte auch Bands wie Surrogat, die ihre Werbung mit Nazi-Symbolen in Pop-Ästhetik macht, in der Pauline spielen lassen, möglichst viele Parties veranstalten und der GWG ihre politischen Veranstaltungen verbieten, die diese schon seit vielen Jahren in der Pauline durchführt. Diese Beispiele lassen den Schluss zu, dass das Grüppchen auf ein kommerzielles Kulturzentrum ohne politische Störenfriede hinarbeitet.
Widerspruch gegen dieses Programm der Entpolitisierung regte sich vor allem unter Teilnehmern der Hausversammlung, die zugleich Mitglieder der GWG waren. Um sich gegen sie durchzusetzen, diffamierte das Grüppchen politische Betätigung im Allgemeinen und die Aktivitäten der GWG (wie das Schreiben von Flugblättern etc.) im Besonderen; vor allem wurde das absurde Ressentiment geschürt, die GWG verhielte sich "autoritär". Damit hatte man zunächst Erfolg bei vielen in der Pauline, die von politischem Engagement nichts wissen wollten und die die entsprechenden von der GWG ins Haus getragenen linken Ansprüche als lästig empfanden. Diese Praxis der Diffamierung hat sich gesteigert zu einem Wust an abstrusen Vorwürfen in dem offenen Brief (die zum Glück niemand mehr ernst nehmen kann, der die Auseinandersetzung in der Alten Pauline kennt).
Die GWG verfolge eine "Wahnideologie", würde "Hass" und "Gewalt" verbreiten und eine "rechte Querfrontstrategie" fahren. Sie sei eine "autoritäre Sekte", die "kadermäßig organisiert" sei. Sie stütze sich auf eine "stark verkürzte und völkisch geprägte Kapitalismuskritik" und setze auf "körperliche" und "psychische Gewalt". Dass die GWG lediglich eine Gruppe ist, die sich wöchentlich zwecks Diskussion trifft und gelegentlich mit Publikationen an die Öffentlichkeit tritt, wollen die Verfasser nicht hören. Stattdessen meinen sie, die GWG suche "sich körperlich vermeintlich schwächere Opfer (...) aus, die durch hasserfüllte Beschimpfungen..." angegriffen würden. Wehre sich das Opfer, würde "körperliche Gewalt" eingesetzt. Diese Vorwürfe haben mit der Wirklichkeit nichts zu tun; sie sind, profan gesagt, erstunken und erlogen. Fragt man Leute aus dem Grüppchen, wie sie auf diese Behauptungen kommen, erzählen sie krude verfälschte Geschichten von ‚Vergehen' einzelner Leute, die meist Jahre zurückliegen. Was einzelne einmal "verbrochen" haben, wird als Tat der GWG dargestellt.
Ein Problem ist die Schwierigkeit, sich gegen völlig haltlose Vorwürfe zu wehren. Je phantastischer die Lügen, um so eher mögen Unbeteiligte an der kompletten Zurückweisung der Vorwürfe zweifeln. So auch die zentralen Anklagepunkte, was auf unserer Veranstaltung auf dem Parkplatz passiert sein soll: "Geistige Brandstiftung" wird als erstes genannt. Was soll das sein? Wird uns etwa vorgeworfen, dass wir Flugblätter schreiben und die Leute zum Denken anregen wollen? "Aufkündigung des Konsensprinzips" ist der nächste Vorwurf. Dass aber einzelne das Konsensprinzip ohne Argumente zur Verhinderung von Veranstaltungen nutzen, läuft auf einen Abschied vom politischen Charakter des autonomen Zentrums hinaus. Bislang wurde das Konsensprinzip nur in wichtigen, prinzipiellen Fragen in Anschlag gebracht, wenn es beispielsweise um die Existenz des Hauses oder rechtsradikale Übergriffe ging. Nicht jedoch zur Zensur und Diskriminierung abweichender linker, politischer Positionen. Die Verlegung unserer Veranstaltung auf den Parkplatz der Pauline ging nach dem Mangel an Konsens für die Veranstaltung auf den Versuch zurück, weitere Eskalation zu vermeiden. Der dritte Vorwurf lautet "verbal menschenverachtende Übergriffe". Sich mit jemandem auseinander zusetzten und kritisch zu argumentieren ist jedoch nicht menschenverachtend, sondern Vorraussetzung für Kommunikation. Ansonsten ist niemand beleidigt oder beschimpft worden, oder was sonst unter "verbal menschenverachtenden Übergriffen" zu verstehen sein mag. Viertens: "Mutwillige Zerstörung der Kabel und Stereo-Anlage." Ein Besucher unserer Veranstaltung fühlte sich durch die laute Musik belästigt, die aus dem offenen Fenster der Pauline drang, um unsere Veranstaltung zu stören. Da die Verantwortlichen keine Anstalten machten, das Fenster wieder zu schließen, schnitt er die Kabel der Lautsprecher durch, ein lächerlicher Schaden, der sich mit einer einzigen Lüsterklemme beheben lässt. "Direkter Angriff (...) durch Steinwürfe auf Fenster und BesucherInnen" hört sich schon dramatischer an. Wir können uns dies nur erklären, wenn wir annehmen, dass die Bierflasche, die eine wütende Besucherin unserer Veranstaltung ins Gebüsch warf, in Steinwürfe uminterpretiert wird. So schnell verwandelt sich eine verzweifelte Geste in den Beschuldigungen zu einem lebensgefährlichen Übergriff. Wie das Grüppchen allerdings dazu kommt, uns "gewalttätige Übergriffe auf unbeteiligte Paulinen-BesucherInnen" vorzuwerfen, das können wir uns nicht erklären. Ähnlich verhält es sich bei der "materielle(n) Zerstörung der Alten Pauline". Wenn uns vorgeworfen wird, wir wollten "mit staatlich repressiven Mitteln gegen die Alte Pauline" vorgehen, kann damit nur gemeint sein, dass wir dem Referenten Karl Selent nahegelegt haben, sich gegen die Verleumdung, er sei ein "Rassist", zu wehren. Das liegt nahe, wenn man als solcher auf einem Transparent bezeichnet wird. Eine Anzeige wegen Verleumdung würde sich aber nicht gegen die Existenz Alte Pauline richten, sondern nur gegen diejenigen, die das Transparent aufgehängt haben.
Wir können hier nicht jede einzelne Lüge richtig stellen, die von diesem Grüppchen gegen uns erhoben wurde oder noch geäußert werden wird. Die Schwere und zugleich Absurdität der oben zitierten Vorwürfe geben aber einen hinreichenden Eindruck von der Infamie der Leute, die mit derlei Mitteln arbeiten, und sagen genug über deren Glaubwürdigkeit aus. Vieles ist auf unserer Homepage nachzulesen, dem interessierten Leser stehen wir bei Fragen selbstverständlich per E-Mail zur Verfügung. Wir werden uns dem Diktat des autoritären Führungsgrüppchens nicht beugen, weiterhin die Pauline betreten und unsere Veranstaltungen dort durchführen. Wer meint, uns daran hindern zu müssen, macht sich lächerlich und muss sich fragen, von wem er sich für welche Zwecke instrumentalisieren lässt.
Wir fordern alle auf, denen der Fortbestand des autonomen Zentrums in Detmold wichtig ist, sich zu positionieren. Ein autoritärer Mob, der vor Gewaltanwendung nicht zurückschreckt, hat in der Pauline nichts zu suchen.
Einige Mitglieder der Hausversammlung
Diese Kurzinformation ist eine Antwort auf den "Offenen Brief" der "Antifaschistischen Aktion Detmold" an die Hausversammlung der alten Pauline vom 20.05.2004: Abschied ohne Tränen - jetzt erst recht!
Mehr zum Streit um die Alte Pauline:
Offener Brief an die Band Surrogat (Berlin) (PDF)
Im autonomen Kultur- und Kommunikationszentrum Alte Pauline war für den 25.4.2003 ein Konzert mit der Berliner Band Surrogat angesetzt. Es wurde mit großer Mehrheit der Hausversammlung der Alten Pauline abgesagt. Für eine (öffentliche) Begründung der Absage konnte dagegen kein Beschluss gefasst werden. Deshalb hat ein Teil der Hausversammlung in eigenem Namen diesen von zwei Mitgliedern der GWG verfassten offenen Brief unterzeichnet.
Offener Brief an die Mitglieder der K.I.D. und Freunde der Alten Pauline
Gibt's auch als Druckvorlage in PDF.
Um die Absage des Surrogat-Konzerts (s.o.) und ihre öffentliche Begründung hatte sich ein Streit in der Alten Pauline entwickelt. Dabei kristallisierte sich eine Fraktion innerhalb des Hauses heraus, die gegen die GWG hetzte und ihr einen Brief mit Falschdarstellungen und infamen Vorwürfen schrieb. Hierauf hat die GWG diese offene Antwort verfasst.
Wie sich inzwischen herausgestellt hat, war diese Auseinandersetzung der Auftakt einer Schmutzkampagne aus Verleumdungen und Unterstellungen, die seitdem (nicht nur in der Alten Pauline) gegen die GWG im Allgemeinen und einzelne Mitglieder im Besonderen geführt wird und die Ende Mai 2004 dazu führte, dass Mitglieder der Hausversammlung, die von den anderen der Mitgliedschaft in der GWG verdächtigt wurden, von einem externen mobilen Einsatzkommando der Antifa aus dem AJZ Bielefeld gewaltsam aus dem Haus geworfen wurden. Auf der Basis abstruser und absurder Vorwürfe wurde ihnen allen ein "Hausverbot" ausgesprochen.
Die Auseinandersetzungen in Bielefeld und Detmold im Frühjahr 2002
Offener Brief an die Friedensbewegung, radikale Linke, DGB, VHS, Sozialpfarramt...
Am 9. April fand eine propalästinensische Demonstration in der Bielefelder Innenstadt statt, an der sich etwa 200 Menschen beteiligten. Schon im Aufruf zu dieser Demonstration wurde in faschistischem Jargon ("Wache auf Europa") die Vernichtung der europäischen Juden in zynischer Weise umgelogen; laut Aufruf gipfelt die "von europäischer Hand" beschlossene "Verpflanzung möglichst vieler Juden" in einer "palästinensischen Katastrophe"...
Ankündigungstexte zu früheren Veranstaltungen finden sich unter Texte/Veranstaltungsankündigungen.