| Antifaschistische Aktion Detmold, 20.05.2004:
(Detmold) Offener Brief an die Hausversammlung
der alten Pauline:
Abschied ohne Tränen - jetzt erst recht!
Wenn es nach ihrer Wahnideologie geht, sind wir die deutsche Linke,
der sie den Kampf angesagt hat. Geht es um die Praxis, erwarten
sie Solidarität, Hilfe und Unterwürfigkeit. Doch damit ist jetzt
Schluss. G.K. (Name ist der Redaktion bekannt) nannte es einen "Abschied
ohne Tränen", H.H.(Name ist der Redaktion bekannt) sagte, es gäbe
keine Gemeinsamkeiten mehr. R.K. fast es etwas schlichter zusammen:
"Das Spiel ist aus!" Warum es aber einige nicht akzeptieren können
und die GWG immer noch ihren Hass, ihre Gewalt und ihre rechte Querfront-Strategie
in der alten Pauline fährt, das analysieren wir hier.
Um diese autoritäre Sekte zu verstehen, muss zuerst ihr Handeln analysiert
werden:
Die GWG ist kadermäßig organisiert. In ihrem Mittelpunkt sind
2 Ex-Linke, diese stehen wie sagt man: "im Leben" und sind materiell
gut abgesichert. Um sie herum gibt es eine Gruppe von AnhängerInnen
und SympathisantInnen die sie verwalten.
Ideologisch stützt sich die Gruppe, die sich selbst als "intellektuelle
Elite" (G.K.) sieht, auf eine stark verkürzte und völkisch
geprägte Kapitalismuskritik. Im Zentrum steht eine vorgeschobene
"Solidarität mit Israel", um die sie ein System der FreundIn-/FeindInlogik
installiert hat. So ordnet sie Menschen zu. Nach ihrer Wahnideologie konstruiert
sie sich eine Moral - der Zweck heiligt die Mittel -, mit der sie ihr
Verhalten gegenüber SympathisantInnen rechtfertigen kann.
Zur Durchsetzung ihrer Machtinteressen im Umfeld der alten Pauline setzt
sie sowohl auf körperlich als auch vor allem auf psychische Gewalt
gegen andere. Diese Form der Gewalt nutzt sie zumeist, indem sie als geschlossener
Block auftritt. Sie sucht sich körperlich vermeintlich schwächere
Opfer (i.d.R. Frauen) aus, die durch Hass erfüllte Beschimpfungen
("Nazi" etc ...) und durch typisch männlich sexistische
Gebärden unterstützt werden. Wehrt sich das Opfer, so wird auch
körperliche Gewalt eingesetzt.
Hier seien nur beispielhaft die Vorfälle des letzten Donnerstag erwähnt:
1. Geistige Brandstiftung
2. Aufkündigung des Konsensprinzip
3. Verbal menschenverachtende Übergriffe
4. Mutwillige Zerstörung der Kabel und Stereoanlage
5. Direkter Angriff der alten Pauline durch Steinwürfe auf Fenster
und BesucherInnen
6. Gewalttätige Übergriffe auf unbeteiligte Paulinen-BesucherInnen
7. Materielle Zerstörung der alten Pauline (Entwendung sämtlicher
Plakatständer durch A.B. (Name ist der Redaktion bekannt)
8. Ankündigung mit staatlich-repressiven Mittel gegen die Existenz
der alten Pauline vorzugehen
Die Argumentation "der Zweck heiligt die Mittel" reicht bei
besonders ausgeprägten Gewaltexzessen nicht aus, um die Diskrepanz
zwischen der eigenen Ideologie und der selbst praktizierten Realität
zu überbrücken. Das Opfer kann hier zum Teil schwere psychische/physische
Schäden erleiden. Deshalb konstruieren sie sich immer wieder eine
Opferrolle, um die eigenen Übergriffe als Reaktion darzustellen ("G.K.
ist doch ein Genosse ... ", "Der andere war doch viel stärker",
"Die haben laut Musik gemacht" etc ... ).
Neue SympathisantInnen werden zumeist durch soziale Kontakte geworben.
Hier stellt die alte Pauline ihre zentrale Rekrutierungsbasis da. Ist
ein soziales Abhängigkeitsverhältnis der SympathisantInnen geschaffen,
wird diese um die Komponente der materiellen Abhängigkeit und der
sozialen Isolation ergänzt.
nach
oben
Innerhalb der Gruppe, in der es eine starke Dominanz durch männliche
Personen gibt, herrscht ein konservatives Frauenbild vor. Es findet eine
klischeetypische Rollenverteilung statt.
Die Betrachtung und (soweit die Fähigkeit dazu vorhanden) die Analyse
politischer Abläufe findet unter dem Paradigma eines völkischen
Sichtwinkel statt. Durch diese Betrachtung gelingt es ihnen z.B., für
ihre AnhängerInnen plausibel die Unterstützung des Krieg gegen
den Irak bei gleichzeitiger Ablehnung des Krieges gegen Jugoslawien zu
begründen.
Vielen SympathisantInnen geht das aggressive Vorgehen und ihr bedingungsloser
Glaubenskrieg gegen anders Denkende an die Substanz. Ihnen fehlen zum
Teil die theoretischen Fähigkeiten, die Diskrepanz zwischen Ideologie
und Realität durch eine diffuse völkische Konstruktion zu überbrücken.
So leiden sie oft unter der sozialen Isolation, die ihnen auferlegt wird.
Das größte Paradoxon der autoritären Sekte stellt aber
ihre schizophrene Haltung zum Antisemitismus dar. Sie schaffen durch die
Verwendung des selbigen und eines völkischen TäterInnenkonstrukt
in ihrem schmutzigen Alltagsgeschäft, als Instrument gezielter Diffamierung
von Opfern, eine Verharmlosung des Antisemitismus, dem sie vordergründig
den Kampf erklärt haben.
Ihre Führer selber verfolgen eine rechte/reaktionäre Ideologie
der Ungleichheit. Sie selber sehen sich als die "intellektuelle Elite"
(G.K.) umgeben von Leuten, die zu dumm sind zu verstehen was sie
ihnen predigen. Dies führt zu einem Wahn, der sich aus sich selbst
heraus erklärt.
Je weniger Opfer auf ihr ideologisches Konstrukt eingehen, desto dümmer
müssen die Menschen sein und sie müssen ihre Bemühungen,
diese zu bekehren, noch weiter erhöhen.
Aus dieser Analyse ihres Handeln leitet sich direkt die zentrale Frage
ab, warum die GWG immer noch die alte Pauline als ihre politische Wirkungsstätte
sieht und hier ihre Kader- und Bekehrungsversuche konzentriert? Wenn sie
sich doch dort ausschließlich unter AntisemitInnen befinden.
Wir bieten hierzu zwei Erklärungsmodelle auf:
Modell 1: Die GWG betreibt ihre
Ideologie nur vordergründig. Sie stört sich dabei nicht an den
Brüchen zwischen Theorie und Praxis sondern lebt den Wiederspruch
aus indem sie zwar den Antisemitismus als Allzweckwaffe einsetzt um ihre
Opfer einzuschüchtern, aber selber nicht einen Finger krümmt,
um wirklich gegen antisemitische Personen vorzugehen. Für diese Argumentation
spricht, das sie die meisten Ereignisse dieser Art in der Region schlicht
nicht mitbekommt bzw. sich gar nicht dafür interessiert (Bösingfeld).
Modell 2: Sie sind auf die alte
Pauline zwingend angewiesen um zur Strukturerhaltung Personen zu bekehren.
Des weiteren ist das offene Klima der linken Subkultur der einzige Raum,
in dem sie zumindest soviel Mitleid bekommen, dass sie ihre Wahnvorstellungen
ausleben können. Ihre staatstragenden Führer bekommen hier die
nötige Akzeptanz, um ihre Gewaltexzesse zu praktizieren.
Beide Modelle führen zu dem selben Schluss. Die GWG ist keine linke
und keine politische Gruppe, mit der es einen innerlinken Diskurs zu führen
gilt. Ihr auf Gewalt, Hass und Wahnvorstellung fußendes System ist
als das einer Sekte einzustufen. AussteigerInnen sollten den Absprung
nicht ohne Hilfe versuchen. Hilfe gibt es bei Sektenberatungsstellen,
oder uns. Sie sind zwar z.T. in kirchlicher/staatlicher Trägerschaft,
können für ehemalige TäterInnen trotzdem eine Chance für
einen Ausstieg bieten.
|
| alte Pauline verteidigen!
Heute, am 13. Mai 2004, wollte die „Georg-Weerth-Gesellschaft
e.V., Detmold“ (GWG) eine „Buchlesung und Diskussion“ mit
Karl Selent in der alten Pauline durchführen. Das GWG-Flugblatt - www.georg-weerth.info - zur Veranstaltung zitiert in Auszügen
aus einer Buchvorstellung des herausgebenden ça ira Verlags („Ein
Gläschen Wein auf den israelischen Golan. Polemik, Häresie und
Historisches zum endlosen Krieg gegen Israel.“: www.ca-ira.net - hier sind auch einzelne Kapitel abrufbar).
Bei ça ira findet sich in dem vollständigem Text u.a. auch
der folgende Satz: „Für die historischen arabischen Friedensbanditen
Palästinas findet er adäquate Worte, den Kosovo-Palästinensern
dagegen würde er gerne mal Arkan den Tiger zeigen.“ Bernhard
Schmid bezeichnet dies zu Recht als „Gewaltphantasien, die man getrost
als rechtsradikal bezeichnen darf“ („Fähnchen im Sand“;
Jungle World, 03.03.2004). Zeljko Raznjatovic, genannt "Arkan" war
in Serbien Anführer marodierender paramilitärischer Banden, über
welche die Belgrader Zentrale teilweise keine Kontrolle mehr hatte.
Die Verselbständigung dieser serbischen Einheiten begünstigte zahlreiche
Massaker, die denen in Bosnien und Kroatien in ihrer Grausamkeit
um nichts nachstanden (Vergleiche unter anderem: „Das Prinzip Arkan/
Die serbischen Paramilitärs führten im Kosovo einen Krieg auf
eigene Rechnung“; Jungle World, 14.07.1999).
Mehr ist über Karl Selent an dieser Stelle nicht zu sagen. Erwähnenswert
ist höchstens noch der Veriss seines Buch durch Hermann L. Gremliza
(Schreiben an Selent: „Ist das so erschienen? Geht Ihr Verlag so
sorglos mit seinen Autoren um, dass er die einfachsten Lektoratsarbeiten
vernachlässigen zu können glaubt? Von der redaktionellen Bearbeitung,
deren Ihre Texte bedürfen, gar nicht zu reden. Hätte ich die
Zeit, würde ich Ihnen am Text zeigen, was ich meine, und zwar so,
dass auch Sie besser verstünden, was Sie meinen bzw. gemeint haben.“),
dokumentiert in der aktuellen Ausgabe von Konkret.
Die Hausversammlung (HV) der alten Pauline lehnte die von der GWG beantragte
Veranstaltung in 5 Sitzungen (01., 08., 22. und 29. April sowie am 06.
Mai) jeweils ab. Am 22. April teilte die GWG mit, dass sie die Veranstaltung
auch gegen den Willen der HV durchführen werde. Sie kündigte
in dieser Sitzung das in der Pauline seit fast 23 Jahren bestehende Konsens-Prinzip
auf.
nach
oben
Die Vorgeschichte
„Wenn wir uns empören,
wenn uns eine (wie soll es anders sein?) törichte Wut packt, die
ihr anderen, die euch so ähnlich sind, so oft und gerne verzeiht,
dann schreit ihr auf.“
Diese Rechtfertigung für zutiefst reaktionäre und erneut ausgeübte
Gewalt (hier gegen zwei Pauline-Aktivisten im Keller des Hauses Anfang
November 2003) wurde der HV am 27. November 2003 vorgelegt – Titel:
„Abschied ohne Tränen. Wir hören auf. Es macht keinen Sinn
mehr. Vorbei.“ Sie stammt von einem Täter, der einige Wochen
vorher in der alten Pauline mit Hausverbot belegt wurde. Bereits im Frühjahr
2002 hatte er zuvor eine Verwarnung durch die HV ausgesprochen bekommen,
da er in der Pauline den Theker krankenhausreif geschlagen hatte. In „Abschied
ohne Tränen“ heißt es weiter:
„Eure selbstverschuldete Blödheit, die dümmlich-arrogant
alles ablehnt, was euch helfen könnte, das eigene Elend zu erkennen,
kollektive Auswege zu suchen, die macht uns sprachlos. Wir können
e u c h nicht mehr ertragen. Es hat keinen Sinn, mit euch zu rechten.
Wir könnten hier auflisten, was wir für das Haus, und gemeint
wäre damit auch: für euch getan haben. Ihr würdet es nicht
begreifen (wollen). Was sollen wir hier reden vom Kloputzen, von nächtlicher
Buchhalterei, von Thekenschichten, von Flugblättern für das
Haus, die kaum einer außer uns geschrieben hat, von der Infotisch-Gruppe,
die Bücher angeboten hat, die keiner von euch liest, von den vielen
Euros, die wir in das Haus gesteckt, und nicht, wie einige von euch, gestohlen
haben, was sollen wir sagen zu unseren verzweifelten Versuchen, die Pauline
als Stachel im Fleisch dieser elenden Kleinstadt zu bewahren, zum Boykott
unserer Veranstaltungen während der letzten, sagen wir: zwei Jahre,
wo wir euch Referentinnen präsentiert haben, deren Erstklassigkeit
ihr vielleicht, wenn ihr die kleinstädtische Blödheit hinter
euch lasst, begreifen werdet, was sollen wir euch sagen, euch erklären,
euch, die ihr nichts hören und begreifen wollt? ( ... )“
Diesen und alle weiter unten zitierten Texte
sind – soweit nicht im Internet verfügbar - in oder über
die alte Pauline erhältlich.
GWG-Mitglieder als Opfer des antisemitischen
Volkssturm
Da die Verwarnung der HV im Frühjahr 2002 aber gegen ein GWG-Mitglied
ausgesprochen wurde, handelte und handelt es sich natürlich um eine
„Hetzkampagne“ die sich einreiht in die „Liste antizionistischer
und antisemitischer Vorfälle in Ostwestfalen ... „ Diese „ist
keineswegs vollständig. Es fehlen darin das Beschmieren der jüdische
Synagoge in Herford mit antisemitischen Sprüchen ebenso wie die persönlichen
Beleidigungen und das rufmörderische Verbreiten von böswilligen
Gerüchten über pro-israelische Linke, dazu weitere antisemitische
Flugblätter, Veranstaltungen und Diskussionsbeiträge der Palästina-Solidarität.
Alle reihen sich ein in den antizionistischen/antisemitischen Volkssturm,
der in Deutschland und Europa seit diesem Frühjahr wütet.“
(Aus: „Offener Brief des Bündnisses gegen Antizionismus“,
23. Mai 2002: www.realization.info/pol/deutsch/25.html
Die Kritik an der GWG als „antisemitisch/antizionistisch“ zu
bezeichnen, kann nur als Wahnsinn bezeichnet werden: Die Feststellung
von konkreter Einzel-Täterschaft und offenen Täterschutz durch
die GWG in der alten Pauline im gleichen Atemzug mit antisemitischen Terror
gegen jüdische Einrichtungen zu nennen, macht uns sprachlos.
nach
oben
Die alte Pauline als Außenposten der rot-grünen Regierung
Im letzten Jahr führte die GWG monatelang eine interne Debatte, ob
sie sich aus der alten Pauline herausziehen sollte oder nicht. Dagegen
sprach zunächst, dass sie dann den Kampf gegen den ihrer Meinung
nach im Haus grassierenden Antisemitismus aufgeben müsste. Also wurde
wieder fleißig – als Gruppe und als Einzelpersonen - geschrieben.
Hier ein – beliebiges – Beispiel:
„Nein, spätestens nach
der Hausversammlung, die sich mit den abenteuerlichsten antisemitischen
Stereotypen und dümmsten Ausreden weigerte, sich solidarisch mit
Opfern des Antisemitismus zu erklären, kann niemand mehr die Augen
vor einem wahrhaft politischen Kampf um die Zukunft der alten Pauline
verschließen. Es geht jetzt darum, ob die alte Pauline zu einem
Außenposten der rot-grünen Regierung oder des DGB wird, ob
sie demnächst Treffpunkt für staatsaffirmative und wahnhaft
„antikapitalistische" Gruppen wie Attac wird, oder ob eine Infrastruktur
für linksradikale Staats- und Kapitalismuskritik sowie kritische
Kultur erhalten werden kann. Wer meint, bei diesem Erhalt der alten Pauline
als einem linksradikalem Projekt könne man sich auf Jusos, Grüne,
den Bürgermeister oder die Detmolder Esoterikszene stützen,
ist bereits Teil des Problems und hat sich damit explizit der Kampfansage
der etablierten Detmolder Parteien angeschlossen.“ (3. Juli 2003)
Ergänzend zu diesen Wunsch- oder Wahnvorstellungen (das zu beurteilen
haben wir keine Lust mehr), sei hier auch auf die zahlreichen persönlichen
Diffamierungen in Flugblättern, Artikeln und Interneteinträgen
hingewiesen, wo Menschen, die sich in der Pauline engagieren, unter Nennung
ihrer Namen als „Antisemiten“ bezeichnet wurden. Bei den wöchentlichen
Konflikten in den Hausversammlungen wurde systematisch ein Klima der Angst
und Unsicherheit, ein Boden für die Ausbreitung von Gerüchten,
Beschuldigungen, Anklagen und Bedrohungen geschürt.
Die GWG zog sich vorübergehend nach dem Hausverbot gegen ihren „prominentesten
Vertreter“ (Hamburg/Berlin, 08. April 2004) aus der Pauline zurück.
Ebenfalls am 27. November 2003 kündigten 3 GWG-Mitglieder, von denen
eine Person wichtige Funktionen für das Haus wahrgenommen hatte,
schriftlich an, dass „wir keine
Verantwortung mehr übernehmen wollen für einen Verein, der uns
fast geschlossen mit solcherlei Vorwürfen konfrontiert ... heißt
aber nicht, dass wir dem Haus vollends den Rücken zukehren. Wir werden
weiterhin Veranstaltungen in diesen Räumen durchführen.“
Säuberung von kommunistischen
und antideutschen Elementen
Es begann die Zeit der Offenen Briefe, geschrieben
von Menschen, die aus Detmold fortgezogen waren. Hier Auszüge aus
einer E-Mail aus Köln vom 11. Dezember 2003:
„An die Heuchler und Verleumder (kurz: HV) in der alten Pauline.
( ... ) Hiermit protestiere ich vehement gegen das von euch verhängte
Hausverbot gegen ... Mögt ihr euch jetzt noch so anti-autoritär
und rebellisch fühlen: euer Entschluss, die alte Pauline kommunistenfrei
zu machen, hat weder mit dem einen noch mit dem anderen etwas zu tun.
Im Gegenteil: IHR seid ganz normale autoritätshörige Deutsche.
IHR seit die Henker der Ideen dieses Hauses und werdet damit die Totengräber
der alten Pauline sein. Mit eurem inszenierten Hausverbot, wähnt
ihr euch als Scharfrichter über die euch seit jeher verhasste GWG.
IHR seid es, die seit Jahren davon reden, wie autoritär die GWG sei,
ohne auch nur einmal bei einem Treffen gewesen zu sein. So autoritär
wie euer HV-Zwangsverband (das Hausverbot spricht für diese Einschätzung)
war die GWG aber nie und wird sie auch niemals sein. IHR seit die autoritären
Charaktere, IHR seit diejenigen die bestimmen wollen, wer was in der alten
Pauline zu tun und zu lassen hat (d.h.: jeder darf kommen und machen was
er will, vorausgesetzt er ist kein Kommunist!), IHR seit diejenigen die
... und andere Mitglieder der GWG beschimpfen, verleugnen, ihnen Schläge
androhen und auch schon mal handgreiflich werden. ( ... ) Ihr mögt
euch jetzt als Sieger wähnen, habt ihr doch schließlich das
geschafft, worum sich die CDU 22 Jahre lang vergeblich bemüht hat:
die Kommunisten aus der alten Pauline zu jagen. Solange das Hausverbot
gegen ... aufrecht erhalten bleibt, werde ich keinen Fuß mehr in
die alte Pauline setzen. Denn das Hausverbot trifft auch mich: Schließlich
gehöre auch ich zu jenen „kommunistischen Wichsern", denen
ihr nach eigenen Aussagen, so gerne aufs Maul hauen wollt. Verachtungsvoll
... „
Einmalig sei hier erklärt, dass selbstverständlich keine und keiner
der in der alten Pauline aktiven Menschen jemals GWG-Mitglieder
als „kommunistischen Wichser" bezeichnet hat. Nur in Kürze das restliche
Geschehen: Im Februar brach die GWG einen vorbereiten Versuch ab,
der HV eine Entschuldigung bei dem Täter abzuverlangen, da das Hausverbot
„herbeigelogen“ und Bestandteil einer „Hetzkampagne“ sei. In der
Pauline beschränkten sich ihre Mitglieder im Wesentlichen auf das
Beobachten der Hausversammlungen, bis sie am 1. April die Veranstaltung
mit Karl Selent einforderten.
nach
oben
Ende der Fahnenstange
Es handelt sich in der alten Pauline
nicht um einen „hausinternen“ Konflikt, denn die Eskalation
der Auseinandersetzung durch die GWG hat ein Niveau erreicht, das alle
linken Umgangsformen sprengt: Täterschutz sowie rassistische Zuschreibungen
in ihren Veröffentlichungen sind mit unserer Vorstellung von linken,
antifaschistischen und emanzipatorischen Zielen unvereinbar. Unsere Positionen
stehen sich unversöhnlich gegenüber, eine solidarische, faire
und konstruktive Auseinandersetzung ist nicht mehr möglich!
Wir beziehen uns zustimmend auf die folgenden Ausführungen im Antifaschistischen
Info Blatt vom 10.04.2004 - „Wo endet der Antifaschismus? Zur Auseinadersetzung
mit der antideutschen Strömung“ (www.hiergeblieben.de/pages/aktuelles.html):
„Wer, wie die VertreterInnen der antideutschen Strömung, zwischen
dem extrem problematischen, mitunter stark verkürzten und sehr populistischen
Antikapitalismus bei Teilen der globalisierungskritischen Bewegung und
dem Antisemitismus von einem Horst Mahler nicht unterscheiden kann oder
will, verharmlost den tödlichen Antisemitismus der Nazis, relativiert
den Antisemitismus der gesellschaftlichen Mitte eines Martin Hohmann und
verhöhnt die Opfer des Holocaust. Und nicht nur das. Das Feindbild
„deutsche Linke“ zeigt sich seit einiger Zeit auch in entsprechender
Praxis. So haben es einige antideutsche Gruppen zu ihrer vorrangigen politischen
Strategie erklärt antifaschistische Demonstrationen und andere Aktionen
nicht nur pauschal unter Antisemitismus-Verdacht zu stellen, sondern davon
ausgehend diese um jeden Preis zu stören. Dass bei einer solchen
Feindzuschreibung auch das Mittel der Militanz nicht mehr ausgeschlossen
wird, wundert nicht mehr.
Einer der Grundpfeiler antifaschistischen Selbstverständnisses ist
es jede Verwendung von rassistischen und antisemitischen Stereotypen,
Ethnisierungen und rassistischen Zuschreibungen in der Gesellschaft, aber
auch in der Linken selbst zu bekämpfen. VertreterInnen der antideutschen
Strömung setzen sich über diese Prinzipien hinweg, indem sie
mit rassistischen Zuschreibungen arbeiten, gezielt Islamphobie schüren
und MigrantInnen denunzieren, deren Herkunft nicht im „Europäischen
Abendland“ verortet werden kann. Gesellschaftliche Verhältnisse
lediglich unter dem Gesichtspunkt ethnischer und religiöser Zugehörigkeit
zu analysieren, ist Ausdruck eines reaktionären Politikverständnisses
und schürt chauvinistische Ressentiments. ... Ebenso selbstverständlich
sollte es sein, dass sich ständige Vergleiche und Gleichsetzungen
des (politischen) Gegners mit dem Nationalsozialismus und/oder Faschismus
verbieten. Sie tragen zur Verharmlosung der NS-Verbrechen bei.
Gleiches gilt für den Begriff des Antisemitismus. Wer Antisemitismus
zum politischen Kampfbegriff macht, um ihn im Kampf um die theoretische
Lufthoheit an linken Stammtischen taktisch zum eigenen Vorteil zu gebrauchen,
entwertet, verwässert und verallgemeinert den Begriff und offenbart,
dass die wirksame Bekämpfung des Antisemitismus nicht wirklich das
Ziel der eigenen Politik ist. Der Antisemitismus- Vorwurf ist zur Allzweckwaffe
der antideutschen Strömung verkommen und wird wahllos auf alle angewandt,
die dem eigenen politischen Koordinatensystem nicht entsprechen.“
|