Auf der Hausversammlung der alten Pauline Detmold
am 20.05.04 wurde folgender offener Brief verlesen:

Antifaschistische Aktion Detmold, 20.05.2004:

(Detmold) Offener Brief an die Hausversammlung der alten Pauline:
Abschied ohne Tränen - jetzt erst recht!


Wenn es nach ihrer Wahnideologie geht, sind wir die deutsche Linke, der sie den Kampf angesagt hat. Geht es um die Praxis, erwarten sie Solidarität, Hilfe und Unterwürfigkeit. Doch damit ist jetzt Schluss. G.K. (Name ist der Redaktion bekannt) nannte es einen "Abschied ohne Tränen", H.H.(Name ist der Redaktion bekannt) sagte, es gäbe keine Gemeinsamkeiten mehr. R.K. fast es etwas schlichter zusammen: "Das Spiel ist aus!" Warum es aber einige nicht akzeptieren können und die GWG immer noch ihren Hass, ihre Gewalt und ihre rechte Querfront-Strategie in der alten Pauline fährt, das analysieren wir hier.

Um diese autoritäre Sekte zu verstehen, muss zuerst ihr Handeln analysiert werden:
Die GWG ist kadermäßig organisiert. In ihrem Mittelpunkt sind 2 Ex-Linke, diese stehen wie sagt man: "im Leben" und sind materiell gut abgesichert. Um sie herum gibt es eine Gruppe von AnhängerInnen und SympathisantInnen die sie verwalten.
Ideologisch stützt sich die Gruppe, die sich selbst als "intellektuelle Elite" (G.K.) sieht, auf eine stark verkürzte und völkisch geprägte Kapitalismuskritik. Im Zentrum steht eine vorgeschobene "Solidarität mit Israel", um die sie ein System der FreundIn-/FeindInlogik installiert hat. So ordnet sie Menschen zu. Nach ihrer Wahnideologie konstruiert sie sich eine Moral - der Zweck heiligt die Mittel -, mit der sie ihr Verhalten gegenüber SympathisantInnen rechtfertigen kann.
Zur Durchsetzung ihrer Machtinteressen im Umfeld der alten Pauline setzt sie sowohl auf körperlich als auch vor allem auf psychische Gewalt gegen andere. Diese Form der Gewalt nutzt sie zumeist, indem sie als geschlossener Block auftritt. Sie sucht sich körperlich vermeintlich schwächere Opfer (i.d.R. Frauen) aus, die durch Hass erfüllte Beschimpfungen ("Nazi" etc ...) und durch typisch männlich sexistische Gebärden unterstützt werden. Wehrt sich das Opfer, so wird auch körperliche Gewalt eingesetzt.

Hier seien nur beispielhaft die Vorfälle des letzten Donnerstag erwähnt:

1. Geistige Brandstiftung
2. Aufkündigung des Konsensprinzip
3. Verbal menschenverachtende Übergriffe
4. Mutwillige Zerstörung der Kabel und Stereoanlage
5. Direkter Angriff der alten Pauline durch Steinwürfe auf Fenster und BesucherInnen
6. Gewalttätige Übergriffe auf unbeteiligte Paulinen-BesucherInnen
7. Materielle Zerstörung der alten Pauline (Entwendung sämtlicher Plakatständer durch A.B. (Name ist der Redaktion bekannt)
8. Ankündigung mit staatlich-repressiven Mittel gegen die Existenz der alten Pauline vorzugehen


Die Argumentation "der Zweck heiligt die Mittel" reicht bei besonders ausgeprägten Gewaltexzessen nicht aus, um die Diskrepanz zwischen der eigenen Ideologie und der selbst praktizierten Realität zu überbrücken. Das Opfer kann hier zum Teil schwere psychische/physische Schäden erleiden. Deshalb konstruieren sie sich immer wieder eine Opferrolle, um die eigenen Übergriffe als Reaktion darzustellen ("G.K. ist doch ein Genosse ... ", "Der andere war doch viel stärker", "Die haben laut Musik gemacht" etc ... ).
Neue SympathisantInnen werden zumeist durch soziale Kontakte geworben. Hier stellt die alte Pauline ihre zentrale Rekrutierungsbasis da. Ist ein soziales Abhängigkeitsverhältnis der SympathisantInnen geschaffen, wird diese um die Komponente der materiellen Abhängigkeit und der sozialen Isolation ergänzt.




Innerhalb der Gruppe, in der es eine starke Dominanz durch männliche Personen gibt, herrscht ein konservatives Frauenbild vor. Es findet eine klischeetypische Rollenverteilung statt.
Die Betrachtung und (soweit die Fähigkeit dazu vorhanden) die Analyse politischer Abläufe findet unter dem Paradigma eines völkischen Sichtwinkel statt. Durch diese Betrachtung gelingt es ihnen z.B., für ihre AnhängerInnen plausibel die Unterstützung des Krieg gegen den Irak bei gleichzeitiger Ablehnung des Krieges gegen Jugoslawien zu begründen.

Vielen SympathisantInnen geht das aggressive Vorgehen und ihr bedingungsloser Glaubenskrieg gegen anders Denkende an die Substanz. Ihnen fehlen zum Teil die theoretischen Fähigkeiten, die Diskrepanz zwischen Ideologie und Realität durch eine diffuse völkische Konstruktion zu überbrücken. So leiden sie oft unter der sozialen Isolation, die ihnen auferlegt wird.
Das größte Paradoxon der autoritären Sekte stellt aber ihre schizophrene Haltung zum Antisemitismus dar. Sie schaffen durch die Verwendung des selbigen und eines völkischen TäterInnenkonstrukt in ihrem schmutzigen Alltagsgeschäft, als Instrument gezielter Diffamierung von Opfern, eine Verharmlosung des Antisemitismus, dem sie vordergründig den Kampf erklärt haben.
Ihre Führer selber verfolgen eine rechte/reaktionäre Ideologie der Ungleichheit. Sie selber sehen sich als die "intellektuelle Elite" (G.K.) umgeben von Leuten, die zu dumm sind zu verstehen was sie ihnen predigen. Dies führt zu einem Wahn, der sich aus sich selbst heraus erklärt.
Je weniger Opfer auf ihr ideologisches Konstrukt eingehen, desto dümmer müssen die Menschen sein und sie müssen ihre Bemühungen, diese zu bekehren, noch weiter erhöhen.
Aus dieser Analyse ihres Handeln leitet sich direkt die zentrale Frage ab, warum die GWG immer noch die alte Pauline als ihre politische Wirkungsstätte sieht und hier ihre Kader- und Bekehrungsversuche konzentriert? Wenn sie sich doch dort ausschließlich unter AntisemitInnen befinden.
Wir bieten hierzu zwei Erklärungsmodelle auf:

Modell 1: Die GWG betreibt ihre Ideologie nur vordergründig. Sie stört sich dabei nicht an den Brüchen zwischen Theorie und Praxis sondern lebt den Wiederspruch aus indem sie zwar den Antisemitismus als Allzweckwaffe einsetzt um ihre Opfer einzuschüchtern, aber selber nicht einen Finger krümmt, um wirklich gegen antisemitische Personen vorzugehen. Für diese Argumentation spricht, das sie die meisten Ereignisse dieser Art in der Region schlicht nicht mitbekommt bzw. sich gar nicht dafür interessiert (Bösingfeld).

Modell 2: Sie sind auf die alte Pauline zwingend angewiesen um zur Strukturerhaltung Personen zu bekehren. Des weiteren ist das offene Klima der linken Subkultur der einzige Raum, in dem sie zumindest soviel Mitleid bekommen, dass sie ihre Wahnvorstellungen ausleben können. Ihre staatstragenden Führer bekommen hier die nötige Akzeptanz, um ihre Gewaltexzesse zu praktizieren.
Beide Modelle führen zu dem selben Schluss. Die GWG ist keine linke und keine politische Gruppe, mit der es einen innerlinken Diskurs zu führen gilt. Ihr auf Gewalt, Hass und Wahnvorstellung fußendes System ist als das einer Sekte einzustufen. AussteigerInnen sollten den Absprung nicht ohne Hilfe versuchen. Hilfe gibt es bei Sektenberatungsstellen, oder uns. Sie sind zwar z.T. in kirchlicher/staatlicher Trägerschaft, können für ehemalige TäterInnen trotzdem eine Chance für einen Ausstieg bieten.



Die Debatte ist hiermit für beendet erklärt, eine weitere Auseinandersetzung mit der GWG wird es nicht geben.
- Keine GWG-Veranstaltungen in der alten Pauline, keinen Fußbreit der Sekte!

- Kritische Aufarbeitung der GWG- Vergangenheit in der Pauline und einen Opferschutz!

Hans, Stephan, Morten, Lea, Marius, Eugen, Philipp, Aljosha, Felix, Elena, Panda,
Christiane, Holger: verpisst euch!

- Die alte Pauline dient nicht länger als Rekrutierungsfeld und Veranstaltungsort für die GWG!

- Stoppt die GWG! Stoppt den Rassismus! Stoppt den Antisemitismus! Verpisst euch!

"Zwei Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit.
Aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher."

(Albert Einstein, american Scientist and Socialist)

Die Hausversammlung der alten Pauline bedankt sich für die Solidarität der Antifaschistischen Aktion Detmold und der anwesenden autonomen KulturZentren.

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Auf der Hausversammlung am 13.05.04 wurde folgende Stellungnahme verlesen
und beschlossen, diese auch auf der Internetseite der Pauline zu veröffentlichen:

alte Pauline verteidigen!

Heute, am 13. Mai 2004, wollte die „Georg-Weerth-Gesellschaft e.V., Detmold“ (GWG) eine „Buchlesung und Diskussion“ mit Karl Selent in der alten Pauline durchführen. Das GWG-Flugblatt - www.georg-weerth.info - zur Veranstaltung zitiert in Auszügen aus einer Buchvorstellung des herausgebenden ça ira Verlags („Ein Gläschen Wein auf den israelischen Golan. Polemik, Häresie und Historisches zum endlosen Krieg gegen Israel.“: www.ca-ira.net - hier sind auch einzelne Kapitel abrufbar).
Bei ça ira findet sich in dem vollständigem Text u.a. auch der folgende Satz: „Für die historischen arabischen Friedensbanditen Palästinas findet er adäquate Worte, den Kosovo-Palästinensern dagegen würde er gerne mal Arkan den Tiger zeigen.“ Bernhard Schmid bezeichnet dies zu Recht als „Gewaltphantasien, die man getrost als rechtsradikal bezeichnen darf“ („Fähnchen im Sand“; Jungle World, 03.03.2004). Zeljko Raznjatovic, genannt "Arkan" war in Serbien Anführer marodierender paramilitärischer Banden, über welche die Belgrader Zentrale teilweise keine Kontrolle mehr hatte. Die Verselbständigung dieser serbischen Einheiten begünstigte zahlreiche Massaker, die denen in Bosnien und Kroatien in ihrer Grausamkeit um nichts nachstanden (Vergleiche unter anderem: „Das Prinzip Arkan/ Die serbischen Paramilitärs führten im Kosovo einen Krieg auf eigene Rechnung“; Jungle World, 14.07.1999).

Mehr ist über Karl Selent an dieser Stelle nicht zu sagen. Erwähnenswert ist höchstens noch der Veriss seines Buch durch Hermann L. Gremliza (Schreiben an Selent: „Ist das so erschienen? Geht Ihr Verlag so sorglos mit seinen Autoren um, dass er die einfachsten Lektoratsarbeiten vernachlässigen zu können glaubt? Von der redaktionellen Bearbeitung, deren Ihre Texte bedürfen, gar nicht zu reden. Hätte ich die Zeit, würde ich Ihnen am Text zeigen, was ich meine, und zwar so, dass auch Sie besser verstünden, was Sie meinen bzw. gemeint haben.“), dokumentiert in der aktuellen Ausgabe von Konkret.





Die Hausversammlung (HV) der alten Pauline lehnte die von der GWG beantragte Veranstaltung in 5 Sitzungen (01., 08., 22. und 29. April sowie am 06. Mai) jeweils ab. Am 22. April teilte die GWG mit, dass sie die Veranstaltung auch gegen den Willen der HV durchführen werde. Sie kündigte in dieser Sitzung das in der Pauline seit fast 23 Jahren bestehende Konsens-Prinzip auf.






Die Vorgeschichte

„Wenn wir uns empören, wenn uns eine (wie soll es anders sein?) törichte Wut packt, die ihr anderen, die euch so ähnlich sind, so oft und gerne verzeiht, dann schreit ihr auf.“

Diese Rechtfertigung für zutiefst reaktionäre und erneut ausgeübte Gewalt (hier gegen zwei Pauline-Aktivisten im Keller des Hauses Anfang November 2003) wurde der HV am 27. November 2003 vorgelegt – Titel: „Abschied ohne Tränen. Wir hören auf. Es macht keinen Sinn mehr. Vorbei.“ Sie stammt von einem Täter, der einige Wochen vorher in der alten Pauline mit Hausverbot belegt wurde. Bereits im Frühjahr 2002 hatte er zuvor eine Verwarnung durch die HV ausgesprochen bekommen, da er in der Pauline den Theker krankenhausreif geschlagen hatte. In „Abschied ohne Tränen“ heißt es weiter:

„Eure selbstverschuldete Blödheit, die dümmlich-arrogant alles ablehnt, was euch helfen könnte, das eigene Elend zu erkennen, kollektive Auswege zu suchen, die macht uns sprachlos. Wir können e u c h nicht mehr ertragen. Es hat keinen Sinn, mit euch zu rechten. Wir könnten hier auflisten, was wir für das Haus, und gemeint wäre damit auch: für euch getan haben. Ihr würdet es nicht begreifen (wollen). Was sollen wir hier reden vom Kloputzen, von nächtlicher Buchhalterei, von Thekenschichten, von Flugblättern für das Haus, die kaum einer außer uns geschrieben hat, von der Infotisch-Gruppe, die Bücher angeboten hat, die keiner von euch liest, von den vielen Euros, die wir in das Haus gesteckt, und nicht, wie einige von euch, gestohlen haben, was sollen wir sagen zu unseren verzweifelten Versuchen, die Pauline als Stachel im Fleisch dieser elenden Kleinstadt zu bewahren, zum Boykott unserer Veranstaltungen während der letzten, sagen wir: zwei Jahre, wo wir euch Referentinnen präsentiert haben, deren Erstklassigkeit ihr vielleicht, wenn ihr die kleinstädtische Blödheit hinter euch lasst, begreifen werdet, was sollen wir euch sagen, euch erklären, euch, die ihr nichts hören und begreifen wollt? ( ... )“


Diesen und alle weiter unten zitierten Texte sind – soweit nicht im Internet verfügbar - in oder über die alte Pauline erhältlich.



GWG-Mitglieder als Opfer des antisemitischen Volkssturm

Da die Verwarnung der HV im Frühjahr 2002 aber gegen ein GWG-Mitglied ausgesprochen wurde, handelte und handelt es sich natürlich um eine „Hetzkampagne“ die sich einreiht in die „Liste antizionistischer und antisemitischer Vorfälle in Ostwestfalen ... „ Diese „ist keineswegs vollständig. Es fehlen darin das Beschmieren der jüdische Synagoge in Herford mit antisemitischen Sprüchen ebenso wie die persönlichen Beleidigungen und das rufmörderische Verbreiten von böswilligen Gerüchten über pro-israelische Linke, dazu weitere antisemitische Flugblätter, Veranstaltungen und Diskussionsbeiträge der Palästina-Solidarität. Alle reihen sich ein in den antizionistischen/antisemitischen Volkssturm, der in Deutschland und Europa seit diesem Frühjahr wütet.“
(Aus: „Offener Brief des Bündnisses gegen Antizionismus“, 23. Mai 2002: www.realization.info/pol/deutsch/25.html

Die Kritik an der GWG als „antisemitisch/antizionistisch“ zu bezeichnen, kann nur als Wahnsinn bezeichnet werden: Die Feststellung von konkreter Einzel-Täterschaft und offenen Täterschutz durch die GWG in der alten Pauline im gleichen Atemzug mit antisemitischen Terror gegen jüdische Einrichtungen zu nennen, macht uns sprachlos.





Die alte Pauline als Außenposten der rot-grünen Regierung


Im letzten Jahr führte die GWG monatelang eine interne Debatte, ob sie sich aus der alten Pauline herausziehen sollte oder nicht. Dagegen sprach zunächst, dass sie dann den Kampf gegen den ihrer Meinung nach im Haus grassierenden Antisemitismus aufgeben müsste. Also wurde wieder fleißig – als Gruppe und als Einzelpersonen - geschrieben. Hier ein – beliebiges – Beispiel:


„Nein, spätestens nach der Hausversammlung, die sich mit den abenteuerlichsten antisemitischen Stereotypen und dümmsten Ausreden weigerte, sich solidarisch mit Opfern des Antisemitismus zu erklären, kann niemand mehr die Augen vor einem wahrhaft politischen Kampf um die Zukunft der alten Pauline verschließen. Es geht jetzt darum, ob die alte Pauline zu einem Außenposten der rot-grünen Regierung oder des DGB wird, ob sie demnächst Treffpunkt für staatsaffirmative und wahnhaft „antikapitalistische" Gruppen wie Attac wird, oder ob eine Infrastruktur für linksradikale Staats- und Kapitalismuskritik sowie kritische Kultur erhalten werden kann. Wer meint, bei diesem Erhalt der alten Pauline als einem linksradikalem Projekt könne man sich auf Jusos, Grüne, den Bürgermeister oder die Detmolder Esoterikszene stützen, ist bereits Teil des Problems und hat sich damit explizit der Kampfansage der etablierten Detmolder Parteien angeschlossen.“ (3. Juli 2003)

Ergänzend zu diesen Wunsch- oder Wahnvorstellungen (das zu beurteilen haben wir keine Lust mehr), sei hier auch auf die zahlreichen persönlichen Diffamierungen in Flugblättern, Artikeln und Interneteinträgen hingewiesen, wo Menschen, die sich in der Pauline engagieren, unter Nennung ihrer Namen als „Antisemiten“ bezeichnet wurden. Bei den wöchentlichen Konflikten in den Hausversammlungen wurde systematisch ein Klima der Angst und Unsicherheit, ein Boden für die Ausbreitung von Gerüchten, Beschuldigungen, Anklagen und Bedrohungen geschürt.

Die GWG zog sich vorübergehend nach dem Hausverbot gegen ihren „prominentesten Vertreter“ (Hamburg/Berlin, 08. April 2004) aus der Pauline zurück. Ebenfalls am 27. November 2003 kündigten 3 GWG-Mitglieder, von denen eine Person wichtige Funktionen für das Haus wahrgenommen hatte, schriftlich an, dass
„wir keine Verantwortung mehr übernehmen wollen für einen Verein, der uns fast geschlossen mit solcherlei Vorwürfen konfrontiert ... heißt aber nicht, dass wir dem Haus vollends den Rücken zukehren. Wir werden weiterhin Veranstaltungen in diesen Räumen durchführen.“


Säuberung von kommunistischen und antideutschen Elementen

Es begann die Zeit der Offenen Briefe, geschrieben von Menschen, die aus Detmold fortgezogen waren. Hier Auszüge aus einer E-Mail aus Köln vom 11. Dezember 2003:

„An die Heuchler und Verleumder (kurz: HV) in der alten Pauline. ( ... ) Hiermit protestiere ich vehement gegen das von euch verhängte Hausverbot gegen ... Mögt ihr euch jetzt noch so anti-autoritär und rebellisch fühlen: euer Entschluss, die alte Pauline kommunistenfrei zu machen, hat weder mit dem einen noch mit dem anderen etwas zu tun. Im Gegenteil: IHR seid ganz normale autoritätshörige Deutsche. IHR seit die Henker der Ideen dieses Hauses und werdet damit die Totengräber der alten Pauline sein. Mit eurem inszenierten Hausverbot, wähnt ihr euch als Scharfrichter über die euch seit jeher verhasste GWG. IHR seid es, die seit Jahren davon reden, wie autoritär die GWG sei, ohne auch nur einmal bei einem Treffen gewesen zu sein. So autoritär wie euer HV-Zwangsverband (das Hausverbot spricht für diese Einschätzung) war die GWG aber nie und wird sie auch niemals sein. IHR seit die autoritären Charaktere, IHR seit diejenigen die bestimmen wollen, wer was in der alten Pauline zu tun und zu lassen hat (d.h.: jeder darf kommen und machen was er will, vorausgesetzt er ist kein Kommunist!), IHR seit diejenigen die ... und andere Mitglieder der GWG beschimpfen, verleugnen, ihnen Schläge androhen und auch schon mal handgreiflich werden. ( ... ) Ihr mögt euch jetzt als Sieger wähnen, habt ihr doch schließlich das geschafft, worum sich die CDU 22 Jahre lang vergeblich bemüht hat: die Kommunisten aus der alten Pauline zu jagen. Solange das Hausverbot gegen ... aufrecht erhalten bleibt, werde ich keinen Fuß mehr in die alte Pauline setzen. Denn das Hausverbot trifft auch mich: Schließlich gehöre auch ich zu jenen „kommunistischen Wichsern", denen ihr nach eigenen Aussagen, so gerne aufs Maul hauen wollt. Verachtungsvoll ... „


Einmalig sei hier erklärt, dass selbstverständlich keine und keiner der in der alten Pauline aktiven Menschen jemals GWG-Mitglieder als „kommunistischen Wichser" bezeichnet hat. Nur in Kürze das restliche Geschehen: Im Februar brach die GWG einen vorbereiten Versuch ab, der HV eine Entschuldigung bei dem Täter abzuverlangen, da das Hausverbot „herbeigelogen“ und Bestandteil einer „Hetzkampagne“ sei. In der Pauline beschränkten sich ihre Mitglieder im Wesentlichen auf das Beobachten der Hausversammlungen, bis sie am 1. April die Veranstaltung mit Karl Selent einforderten.




Ende der Fahnenstange

Es handelt sich in der alten Pauline nicht um einen „hausinternen“ Konflikt, denn die Eskalation der Auseinandersetzung durch die GWG hat ein Niveau erreicht, das alle linken Umgangsformen sprengt: Täterschutz sowie rassistische Zuschreibungen in ihren Veröffentlichungen sind mit unserer Vorstellung von linken, antifaschistischen und emanzipatorischen Zielen unvereinbar. Unsere Positionen stehen sich unversöhnlich gegenüber, eine solidarische, faire und konstruktive Auseinandersetzung ist nicht mehr möglich!

Wir beziehen uns zustimmend auf die folgenden Ausführungen im Antifaschistischen Info Blatt vom 10.04.2004 - „Wo endet der Antifaschismus? Zur Auseinadersetzung mit der antideutschen Strömung“ (www.hiergeblieben.de/pages/aktuelles.html):

„Wer, wie die VertreterInnen der antideutschen Strömung, zwischen dem extrem problematischen, mitunter stark verkürzten und sehr populistischen Antikapitalismus bei Teilen der globalisierungskritischen Bewegung und dem Antisemitismus von einem Horst Mahler nicht unterscheiden kann oder will, verharmlost den tödlichen Antisemitismus der Nazis, relativiert den Antisemitismus der gesellschaftlichen Mitte eines Martin Hohmann und verhöhnt die Opfer des Holocaust. Und nicht nur das. Das Feindbild „deutsche Linke“ zeigt sich seit einiger Zeit auch in entsprechender Praxis. So haben es einige antideutsche Gruppen zu ihrer vorrangigen politischen Strategie erklärt antifaschistische Demonstrationen und andere Aktionen nicht nur pauschal unter Antisemitismus-Verdacht zu stellen, sondern davon ausgehend diese um jeden Preis zu stören. Dass bei einer solchen Feindzuschreibung auch das Mittel der Militanz nicht mehr ausgeschlossen wird, wundert nicht mehr.

Einer der Grundpfeiler antifaschistischen Selbstverständnisses ist es jede Verwendung von rassistischen und antisemitischen Stereotypen, Ethnisierungen und rassistischen Zuschreibungen in der Gesellschaft, aber auch in der Linken selbst zu bekämpfen. VertreterInnen der antideutschen Strömung setzen sich über diese Prinzipien hinweg, indem sie mit rassistischen Zuschreibungen arbeiten, gezielt Islamphobie schüren und MigrantInnen denunzieren, deren Herkunft nicht im „Europäischen Abendland“ verortet werden kann. Gesellschaftliche Verhältnisse lediglich unter dem Gesichtspunkt ethnischer und religiöser Zugehörigkeit zu analysieren, ist Ausdruck eines reaktionären Politikverständnisses und schürt chauvinistische Ressentiments. ... Ebenso selbstverständlich sollte es sein, dass sich ständige Vergleiche und Gleichsetzungen des (politischen) Gegners mit dem Nationalsozialismus und/oder Faschismus verbieten. Sie tragen zur Verharmlosung der NS-Verbrechen bei.
Gleiches gilt für den Begriff des Antisemitismus. Wer Antisemitismus zum politischen Kampfbegriff macht, um ihn im Kampf um die theoretische Lufthoheit an linken Stammtischen taktisch zum eigenen Vorteil zu gebrauchen, entwertet, verwässert und verallgemeinert den Begriff und offenbart, dass die wirksame Bekämpfung des Antisemitismus nicht wirklich das Ziel der eigenen Politik ist. Der Antisemitismus- Vorwurf ist zur Allzweckwaffe der antideutschen Strömung verkommen und wird wahllos auf alle angewandt, die dem eigenen politischen Koordinatensystem nicht entsprechen.“

Basisbanalitäten


Die alte Pauline ist für uns mehr als ein Mittel, unsere Langeweile zu vertreiben:

- Wir wollen ein autonomes Zentrum, weil wir die Schnauze voll von der Konsumkultur haben, deren einziges Ziel es ist, aus Geld noch mehr Geld zu machen.

- Wir wollen ein autonomes Zentrum, weil wir unsere Kultur selber organisieren und gestalten wollen - und das zu Preisen, die sich jede und jeder leisten kann.

- Wir wollen ein autonomes Zentrum, damit wir uns organisieren können. Organisieren gegen Krieg, Rassismus, Nazis, Antisemitismus und entfremdete Arbeit.

- Und wir wollen ein autonomes Zentrum als Ort, unsere Freizeit frei von gewalttätiger, rassistischer oder sexistischer Anmache gestalten zu können.In diesem Sinne begreifen wir die heute parallel zur Hausversammlung durchgeführte Veranstaltung der GWG als Angriff auf die alte Pauline.

Das lassen wir uns nicht länger bieten!



 

 

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DIE VON DER GEORG-WEERTH-GESELLSCHAFT ANGEKÜNDIGTE VERANSTALTUNG FÜR DEN

13.MAI `04

FINDET
LAUT HAUSVERSAMMLUNGSBESCHLUSS
VOM 1., 8., 22. + 29.APRIL`04 UND VOM 6.MAI

NICHT STATT.

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Kulturinitiative Detmold e.V.