Zicke
Zacke Hühnerkacke – Versuch über eine Pseudoauseinandersetzung
Bielefeld's
und deren Umgebung's "linke" macht den Anschein als hätte sie
beschlossen sich, mit einiger Verspätung wie sich das für unbedeutendere Käffer
gehört, dem "antideutschen Problem" zu stellen. Egal ob das nun der
Versuch des Bruches mit der "Georg-Weerth-Gesellschaft" ist oder das
Verteilen des Textes "Wo endet der Antifaschismus?" aus dem AIB
2/2004 auf einem Konzert einer "antideutschen Band", ob in politischen
Zusammenhängen oder in WG's: "antideutsch ist Thema".
Ob
mensch sich nun solch wahnwitzigen Flugis wie jenem der Antifaschistischen
Aktion Detmold widmet, wo zu lesen ist, das Menschen schon alleine verdächtige
Sektengurus sein müssten, weil sie Lehrer mit gesichertem Einkommen sind
(Antifa heist Sozialhilfeempfänger!) oder etwa den Juni Widerhaken zur Hand
nimmt, wo Redaktion froh ist, dass die Antideutschen einen Bruch mit der Linken
wollen, dann muß sich nämlich schon nicht mehr mit jedem Punkt
auseinandergesetzt werden, denn wie sie wissen "es ist müßig"; eines
scheint sie doch alle zu einen: Überall
wird gerne darauf verzichtet inhaltlich zu werden! Und selbst dann noch wenn
festgestellt wird, das Antideutsche nicht homogen sind (z.b. AIB &Widerhaken)
werden alle "sog. antideutschen" auf die hirnrissigsten Polemiken der
ISF und Bahamas reduziert. Wenn man sich dabei dann noch nicht mal die Mühe
macht, wenigstens auch ISF und Bahamas zu lesen sondern bspw. von den
Hetztiraden einer Gruppe Krisis aus der Jungen Welt abzuschreiben, ist es kein
Wunder auf das Ergebniss zu kommen "...es geht um die Frage der
grundsätzlichen Systemopposition, die Frage der Ablehnung oder begeisterten
Zustimmung zur Warenkapitalistischen Gesellschaftsform.(AIB)" Klar dass
hier nun wieder die "Antideutschen" gemeint sind mit den
Prokapitalistischen Trotteln und nicht etwa jene Prokap-Trottel welche mit
Attac im Juni für Kapitalismus in Bielefeld auf die Straße jubeln gingen.
Dabei
ist hier aber noch nicht festgestellt worden, was hiermit geschieht, dass a)
Bahamas und ISF aus einer "wertkritisch-marxschen" und somit
"systemoppositionellen" Richtung kommen und selbst in aktuelleren
Publikationen nicht der kapitalistische Lifestyle abgefeiert wird*1 und b) das
eben das "antideutsche Spektrum" durchaus nicht geschlossen ein
Bündnis mit "God und den USA" für die Errettung der Westlichen Werte
anstreben!
Es
macht weder Spass, noch denken wir könnte es lohnen sich mit all jenen plumpen
Zuschreibungen, egal aus welcher Ecke, auseinanderzusetzen.
Aber
es sei gesagt, dass all jene Zuschreibungen der beste Beweis sind, dass sich
hier einer wirklich "inhaltlichen" Auseinandersetzung entzogen wird.
Stattdessen scheint es darum zu gehen, zu demarkieren, zu konkurrieren und zu
diffamieren. Aber solange es nur um Ideologische Festschreibungen geht muß das
wohl so sein, geht es doch auch hier nur um die Erst- und Wechselwähler, in
jenem Falle der Radikalen Linken.
Für
all jene welche also unbedingt Zuschreibungen brauchen um zu wissen woran sie
sind, bevor wir inhaltlich werden wollen, sei hier einiges über eigene
Zuschreibungen gesagt:
Wir
begreifen uns als antikapitalistisch, als antistaatlich... wir begreifen uns
als antideutsch (denn wir sind gegen Deutschland!!!)
Dass,
wenn nun nur von plumpen Zuschreibungen ausgegangen wird, der Glaube
Antideutsche würden das "Böse" in Deutschland erblicken (AIB) dabei
herauskommt verwundert uns kaum mehr. Dass das AIB aber meint, nur bei
solcherlei Anitdeutschen würde "es möglich Deutschland zum ewigen
Gegenspieler der USA zu imaginieren, der wieder kurz davor stehe seine
faschistischen Großmachtambitionen auch mit Waffengewalt gegen die USA
durchzusetzen" ist schon um so bezeichnender. Denn sieht mensch mal davon
ab, dass hier wohl versucht wurde die schlechteste Bahamaspolemik zu imitieren,
so nimmt das aktuelle Weltgeschehen doch immer deutlichere Formen in eben jener
Richtung eines "deutsch-französischen" Europa als Gegenspieler der
USA an.
Wem
so etwas nicht klar wird, der / die wird natürlich auch mit der Singularität
von Auschwitz erst recht seine Problemchen haben. Gerade bei Kritik zu einer
Demo wie im Jänner 04 in Hamburg welche sich gegen die Nationalfahnen der
Alliierten und der Juden richtete und mit unbeanstandet gebliebenen "Intifada”
und "Juden Raus” rufen herausgetragen wurde lässt nicht nur sehr schnell
feststellen, wer hier NS-Deutschland (in jenem Falle vertreten durch die
Wehrmacht) aus seinem spezifischen wie geschichtlichen Zusammenhang reist,
sondern ebenso wer hier wohl nach wie vor nichts aus dem "staatlichen
Antifa Sommer 2000” gelernt hat.
Da
wir Auschwitz im spezifischen (also im nationalsozialistischen Deutschland) wie
im Geschichtlichen Zusammenhang und nur in jenen zu begreifen trachten,
verstehen wir, dass eben das spezifische der NS-Ideologie, das Bindeglied der
Antisemitismus ist und dessen Endlösung Auschwitz etwas "singuläres"
darstellt. Etwas also was weder mit der damaligen Situation im Kosovo, noch mit
Gulags oder sonstetwas, auch mit nichts im Nahen Osten, vergleichbar wäre.
"Dass
die Singularität von Auschwitz aber in der einzigaritigen Synthese einer
breiten Palette von Herrschafts- und Vernichtungsweisen des warenproduzierenden
Systems und nicht als davon losgelöstes Verbrechen bestand, wird nicht gesehen.
Auschwitz ist historisch singulär und wird so nicht wiederkommen, aber die
gesellschaftlichen Formen aus Auschwitz wirkten weiter" weis das AIB. Wir
würden dem teilweise zustimmen, nicht ohne darauf zu verweisen das gerade die
Vernichtungslogik gegenüber den Juden durchaus nicht mehr nur in der
warenproduzierenden Logik verharrte. Wir finden aber gerade hierin, selbst eben
in jener verkürzt gedachten Form des AIB Textes, wieder nur den Beweis, T.W.
Adornos Imperativ, alles zu tun damit Auschwitz nie mehr geschehen kann ernst
zu nehmen. Können gerade in der heutigen Gesellschaft und im Blick von 45 zu
heute nicht erkennen, das auch nur ein Schritt in jene Richtung gemacht worden
wäre!
Das
in einem weiteren Absatz der Vorwurf der Islamphobie fällt um gleich darauf in
gleichem Absatz "völkische kategoriesieren" nachzuschieben und dies
damit zu begründen, es würden bestimmte positive wie negative Zuschreibungen
gemacht an Staatsbürger, nämlich Israels und Deutschlands, bleibt einfach
wieder als Beweis des Unwillens zu ernsthafter Auseinandersetzung zu werten.
Natürlich soll hier nicht verschwiegen werden, dass gerade unter "trendy
Antideutschen"(welchen Theorie ebenso egal ist wie anderen trendy Linken
und trendy Menschen überhaupt) unreflektierte Scheiße, und damit letztlich auch
in der Gefahr völkisch zu denken, zum Thema Islamismus vom Stapel lassen. Wer
aber bereit ist sich ernsthaft mit jedem Thema auseinander zu setzen, wird
selbst dann auf Israel und Antisemitismus stossen, wenn dies absolut nicht
beabsichtigt bzw. gewünscht wurde. ein weiterer Blick auf die Un-Resolutionen
der letzten Jahre beispielsweise würde genügen, um zum einen zu sehen, wie die
restlichen Staatsoberhäupter der Welt(eben auch die nicht islamisch Geprägten,
Ausnahmen bestätigen mal wieder nur die Regel, wir dachten jetzt an die USA,
böse, böse, böse) zu Antisemitismus und Israel, als den Versuch des Schutzes
vor eben diesem, stehen. Klar ist hier, dass wir als ein "antideutsches
Beispiel" nicht positive oder negative Zuschreibungen leisten wollen oder
werden auf Grund irgendeiner Staatsbürgerschaft. Stattdessen verstehen wir das
nach wie vor Israel der Zufluchtsort vor Antisemitismus ist- heute sicherlich
weniger da die Juden dort vor antisemitischen Anschlägen sicher wären- sondern weil dieser Staat die Möglichkeit
zur bewaffneten Gegenwehr gibt.
Jede/r
Antifaschist/in welche/r dies nicht verstehen und als positiv, emanzipativ
empfinden kann, kann entweder kein/e Antifaschist/in sein oder die Geschichte
gerade seit Auschwitz nicht anders kennen als sie ihm/ihr die deutsche
Sozialisation vermittelt.
Leider
wird so auch die positiv auffallende Warnung im Widerhaken die Islamphobie
nicht umzukehren zum Lippenbekenntnis wie am Punkt israelische Armee klar wird.
Ansonsten würde sich nicht am Satz der GWG "wer nicht den praktischen
Antifaschismus der israelischen Armee als Notwendigen begrüßt und gegen jede
Diffamierung verteidigt, kann kein Antifaschist sein" dermaßen angepisst
fühlen, darin den antideutschen Dogmatismus wieder zu erkennen. Hier wird noch
nichtmal Solidarität gefordert, sondern lediglich Diffarmierungen nicht im Raum
stehen zu lassen. Wem aber dass schon zu weit geht, der/die kann gar wirklich
nicht verstehen, dass bedingungslose und kritische Solidarität gar nicht so
weit voneinander entfernt liegen: heißt doch beides Solidarität eben ohne
Bedingungen an Israel zu stellen. Und schon gar nicht solch aberwitzige wie,
gerade sie als Opfer der Shoa müssten eine humane Militärmaschinerie haben,
oder noch besser erst mal alle Kommunisten werden, bevor ich einsehe, dass
Israel kein Staat wie jeder andere ist und ich ihm deshalb als
"Antinationaler" oder wahlweise "Antiimperialist" nicht
mehr mit meiner Kritik erschlagen möchte!
Wir
solidarisieren uns also nicht mit Israel, da wir neuerdings mit
"bürgerlichen Staaten” liebäugeln, sondern im Gegenteil: Da wir uns im
klaren darüber sind dass jene "freie Gesellschaft”, wie wir sie nach wie
vor als zu erreichendes Ziel vor Augen haben, mit Antisemitismus nicht zu haben
ist!
*1natürlich
ist uns bewußt, dass es einige Spinner gibt, welche einem bspw. Erzählen
wollen, die franz. Revolution hätte bereits die größtmögliche Freiheit gebracht
usw. Solcherlei verbuchen wir unter trendy-menschen (siehe weiter unten im
Text) verweisen darauf das wohl in jeder sog. "Ideologischen-Zuschreibung”
sich Spinner verirren und sind ansonsten der Meinung, das eine
Auseinandersetzung nicht gerade über die Positionen solcher Spinner ausgetragen
werden sollte.
Bündnis
für einen Antideutschen Antikapitalismus Bielefeld (BAAB)