Chanan Cohen
aus Israel wird dazu berichten am Dienstag, dem 18. 6. 2002
um 19.30 Uhr in der Alten Pauline, Bielefelder Str. 3, Detmold.
Seit dem Einmarsch der israelischen Armee in Teile des Westjordanlandes überschlagen sich die Schreckensmeldungen. Für alle scheint klar zu sein: Das Problem heißt Israel (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung). Kaum jemand kommt auf die simple Idee, dass es sich bei den Militäraktionen um Verteidigungsmaßnahmen eines souveränen Staates handelt, dem der Krieg erklärt wurde. Zu eindeutig sind die Rollen in den Medien verteilt: Demnach stehen Kinder mit nichts als Steinen in den Händen israelischen Panzern gegenüber. Die bewaffneten Kämpfer in der zweiten Reihe werden ebenso wenig erwähnt wie die finanzielle und logistische Unterstützung, die Arafat den islamistischen und nationalistischen Terrorgruppen zukommen lässt. Mit der Autonomiebehörde im Rücken führen diese täglich Anschläge gegen israelische Zivilisten durch.
Israel ist kein Staat wie jeder andere. Das zeigen die allseitigen verbalen Angriffe ausgerechnet gegen diesen Staat, der seit 54 Jahren die einzige Demokratie der Region stellt. Israel ist der Staat der realen und potentiellen Opfer des Antisemitismus und eine Zufluchtsstätte für alle Juden dieser Welt. Das fördert die Wut von deutschen und palästinensischen Antisemiten zutage. Nun stehen Israel und mit ihm die Juden am Pranger der Menschenrechte. Durch Deutschland und Europa ziehen sich Wellen des Antisemitismus. Es werden Synagogen angezündet, Friedhöfe verwüstet, Mahnmale zerstört. Es kommt auch vermehrt zu physischer Gewalt gegen Juden und andere Menschen, in denen die Antisemiten Juden zu erkennen glauben.
Währenddessen versucht sich alle Welt als Friedensstifter. Aufrichtige Vermittlungsbemühungen gehen einher mit Einmischungsversuchen in der Absicht, die israelische Selbstverteidigung zu diffamieren und zu sabotieren. Gerade die Europäer, die sich außenpolitisch in Konkurrenz zu den USA profilieren wollen, treiben hier ein böses und gefährliches Spiel, wenn sie ihre propagandistischen und diplomatischen Attacken gegen Israel verbinden mit der finanziellen und politischen Unterstützung Arafats und seiner Terrorstrategie. In Israel wachsen unterdessen die berechtigten Zweifel, ob sich die Palästinenser in ihrer derzeitigen Verfassung noch durch beliebig weitgehende Kompromissbereitschaft zum Frieden bewegen lassen können, oder ob nicht vielmehr jedes israelische Entgegenkommen die Terroristen weiter ermutigt und ihren Rückhalt in der Bevölkerung vergrößert.
Vor diesem Hintergrund wird Chanan Cohen begründen, weshalb und wie er einen Frieden zwischen Arabern und Israel immer noch für möglich hält.
Eine Veranstaltung der Georg-Weerth-Gesellschaft